Weingut
Château Prieuré-Lichine

Das Château Prieuré-Lichine ist ein bekanntes Weingut bei Bordeaux. Seit der Klassifikation von 1855 ist das Weingut als Quatrième Grand Cru Classé eingestuft (vierte Stufe der Klassifikation). Das Gut liegt im Weinbaugebiet Margaux und war das Heim des bekannten Weinhändlers und Autors Alexis Lichine, der das Gut 1951 erwarb, stark vergrößerte und es bis zu seinem Tode 1989 bewirtschaftete. Das Gut ist mit ca. 70 Hektar recht groß. 50 % der Fläche ist mit Cabernet Sauvignon, 45 % mit Merlot , 5 % mit Petit Verdot bestockt. Die Bestockungsdichte liegt bei 8500 Rebstöcken/Hektar Das Gut erzeugt in mittleren Jahren ca. 240.000 Flaschen Wein des Grand Vin. Nach einer Handlese und einer Auslese der Trauben auf Sortiertischen werden die Beeren zerquetscht und durchlaufen während 3 – 4 Wochen in temperaturgeregelten Edelstahltanks eine Maischegärung. Zweimal täglich wird der Tresterhut durch Umpumpen des Mosts untergetaucht. Nach der Gärung baut der Wein 16 Monate im Barrique aus. Jährlich werden 50 % der Eichenfässer erneuert. Unter den neueren Jahrgängen von Prieuré-Lichine ragt der Wein von 2010 (mit 92-94 PP), die Weine von 2009 und 2005 (mit 92 PP) sowie die Weine von 2000, 1990, 1989 und 1986 (alle jeweils mit 88 PP) als sehr gute Weine hervor. Das Gut produzierte mit 87 PP auch einen der besten Weine des recht schwachen Jahres 1992. Seit dem Jahr 1973 erzeugt das Gut den Zweitwein Château de Clairefont, auch genannt "Confidences de Prieuré-Lichine" (ca. 80.000 Flaschen). Seit 1990 erzeugt das Gut einen Weißwein mit dem Namen Blanc de Château Prieuré-Lichine.
Die frühere Geschichte des Weinguts ist eng mit der Benediktiner-Abtei von Vertheuil verbunden. Die Mönche legten im 16. Jahrhundert einen 4 ha großen Weinberg zur Deckung des Eigenbedarfs an. Bei Renovierungsarbeiten Ende der 1970er Jahre wurden Überreste steinener Sarkophage aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Diese Funde belegen, dass auf dem heutige Gelände damals eine Schwesterabtei von Vertheuil stand. Im Laufe der Jahrhunderte entdeckten die Mönche den Wein als Einnahmequelle und vermarkteten ihn unter dem Namen Le Prieuré de Cantenac. Anlässlich der Französischen Revolution wurden die Besitztümer säkularisiert und verkauft. Als Käufer gilt ein Herr Durand, der das Gut jedoch nur wenig später an die Familie Pagès weitergab. Zum Zeitpunkt der Bordeauxklassifikation im Jahr 1855 führte eine Person namens Rouland die Geschicke des Guts. Später ging das Gut an eine Reihe von Besitzern wie Madame Rosset, die Herren Rulh und Rousseau sowie an Victor Saint-Ubéry. Im Jahr 1925 leitete dessen Schwiegersohn Fréderic Bossuet die Geschicke des Guts. Die rasche Folge der Besitzer sowie die tiefe Bordeaux-Krise seit der Reblauskatastrophe mit den nachfolgenden Pilzkrankheiten sowie den beiden Weltkriegen hatten zu einem Niedergang des Weinguts geführt. Als Lichine das Weingut im Jahr 1951 übernahm, war das Gut in einem lamentabelen Zustand. Lediglich 11 Hektar Rebfläche stand noch unter Ertrag und die Rebstöcke waren in einem schlechten Zustand.
Schnell erweiterte er die Fläche durch Ankauf einer Parzelle von Château d’Issan. Neben angemieteten Flä&chen kaufte er später noch Parzellen von den Château Palmer, Brane-Cantenac, Durfort-Vivens und Giscours.
Nach dem Tod von Alexis Lichine (1989) hat sein Sohn Sacha den Château übernommen. Seit 1999, gehört der Château der Familie Ballande.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Daniel Pelletier
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 45.0289, -0.6555