Die Reste der Festung können besichtigt werden
Château de Puilaurens

Das Château de Puilaurens ist die Ruine einer Befestigungsanlage in Südfrankreich. Sie befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Puilaurens im Département Aude. Die Burg steht auf einer Felsspitze oberhalb des Boulzanetals.
Als Teil des aragonischen Königreichs lag die Burg außerhalb des Gebietes, das von den Kreuzrittern während des Albigenserkreuzzugs verwüstet wurde. Wie die Burg Quéribus diente sie als Rückzugsmöglichkeit für solche Menschen, die vor den Kreuzrittern flüchteten, das heißt Katharer und sogenannte „Verwirkte“, Personen, die durch ihren Widerstand gegen die Kreuzritter ihr Eigentum verloren hatten. Unter ihnen befanden sich viele hochgestellte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Guillaume de Peyrepertuse.
Puilaurens wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt vor 1255 an die Franzosen abgetreten. 1258 wurde der Besitz durch die französische Krone im Vertrag von Corbeil bestätigt und die Grenze der Krone Aragon nach Süden verlegt.
Im 13. Jahrhundert gehörte die Anlage der Familie Fenouillet. Bis zum Ende der Kreuzzüge widerstand sie unter Pierre Catala und Guillaume de Peyrepertuse allen Angriffen der Kreuzritter unter Simon IV. de Montfort. Nach Pierres Tod wurde sein Sohn Roger Catala der neue Eigentümer. Der letzte Befehlshaber war Chabert de Barbaira, der als letzter die Katharer verteidigte und zur selben Zeit wie Quéribus kapitulierte.
Die Burg wurde 1635 von spanischen Truppen erobert. Ihre strategische Bedeutung verlor sie 1659 mit den Pyrenäenfrieden. Die Grenze zwischen Spanien und Frankreich wurde auf den Kammrücken der Pyrenäen verlegt, wo sie heute noch verläuft. Damit bedeutungslos geworden, wurde die Burg im 17. Jahrhundert aufgegeben. Seit 1902 steht sie als Monument historique unter Denkmalschutz.
Militärische Anlage+
Puilaurens ist das Musterbeispiel einer militärischen Festung, die im Laufe der Jahrhunderte umgebaut und verstärkt wurde. Es war nicht einfach, diese Burg überraschend anzugreifen, denn riesige Felswände zwangen den Angreifer dazu, sich in Reichweite von Wurfgeschossen ihrem Ziel zu nähern. Erschwerend kam hinzu, dass das letzte Stück des Zugangsweges im Zick-Zack geführt war. Wenn er dennoch bis zum befestigten Tor vordringen konnte, erwarteten ihn Pfeile, die durch versteckte Schießscharten abgefeuert wurden. Der erste von der Mauer umringte Hof beschützte einen zweiten noch stärker befestigten Wall. Der viereckige Bergfried thront über der gesamten Befestigungsanlage. Im Südwesten wacht der gut erhaltene Turm der weißen Dame über die Zugangswege und deren Hindernisse. Eine Besonderheit ist der in die Wand gebohrte Stimmenübertragungsschacht, der eine Verständigung über zwei Etagen ermöglichte.
Legenden um die Burg+
Eine Legende erzählt, dass die sogenannte „Weiße Dame“, Großnichte Philipps des Schönen, in trüben Nächten kommt und ihre Nebelschleier über dem Rundgang der abgerissenen Festungsmauer wallen lässt.
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Hervé Rebours
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 42.8037, 2.2994