Schloss/BurgPalluau

Château de Palluau

Château de Palluau

Privatbesitz

Das Château de Palluau ist eine ruinierte historische Festung im Zentrum der Gemeinde Palluau im Département Vendée (Region Pays de la Loire) im Westen Frankreichs. Der Name leitet sich vom lateinischen palus oder paludellus („kleiner Sumpf“) ab.

Nach Einschätzung der Castellologen stammt die ursprüngliche Festung aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie war eine mächtige Wehranlage mit sechs Türmen und von breiten Gräben und Wassergräben umgeben; sie umschloss eine mittelalterliche Siedlung (Vicus) und eine Pfarrkirche (beide heute verschwunden). Strategisch als „Riegel“ zwischen Bretagne und Poitou in den umstrittenen Grenzmarken gelegen, widerstand sie 1371 einer englischen Belagerung im Hundertjährigen Krieg. Abrechnungen des Kastellans Guillaume Ouvrart aus den Jahren 1369–1371 belegen, dass die ständige Garnison mit Armbrüsten und – ungewöhnlich früh – mit Kanonen und Schießpulver ausgerüstet war; damit gehörte sie zu den ersten Festungen der Region, die Feuerwaffen besaßen.

Anfang des 14. Jahrhunderts hielt Létice de Parthenay (Gemahlin von Maurice de Belleville), bekannt als „Dame de Paluya“, hier einen „Liebeshof“ ab – ein kulturelles und intellektuelles Zentrum, das Künstler, Dichter und Musiker anzog. Die Seigneurie war ein Lehen der mächtigen Vicomtes de Thouars.

Im 17. Jahrhundert gelangte das Anwesen an die Familie Clérambault. Philippe de Clérambault, der am 18. Februar 1653 vom jungen Ludwig XIV. persönlich zum Marschall von Frankreich ernannt wurde, ließ eine umfassende Rekonstruktion durchführen. Er verwandelte die alte Festung in eine moderne Residenz im Stil Ludwigs XIV., behielt jedoch die sechs mittelalterlichen Türme und setzte dazwischen einen Neubau mit Mansarddach, Kuppel und Laterne. Die Arbeiten wurden 1661 abgeschlossen. Der königliche Ingenieur-Geograph Claude Masse bezeichnete es als „das regelmäßigste und vollendetste Schloss im gesamten Bas-Poitou“. Der Marschall starb 1665 in Paris nach langer Krankheit. Im 18. Jahrhundert nahm der Comte de Pontchartrain weitere Umbauten vor.

Das Schloss wurde 1793 (oder im Januar 1794) während der Revolution und der Kriege in der Vendée in Brand gesteckt und ist seither Ruine. Der Ort war auch Schauplatz von Kämpfen unter Beteiligung der Truppen Charettes.

Das Ensemble der vorrevolutionären Anlagen – der alte Vicus, die Umfassungsmauer, das Schloss des Marschalls, der Querraben und die umgebenden Gräben – wurde am 20. Mai 1998 als Monument historique eingetragen (ausgenommen zwei Wirtschaftsgebäude des 19. Jahrhunderts und ein modernes Wohnhaus). Die Ruinen, die mittelalterliche und Elemente des 17. Jahrhunderts vereinen, stehen im Herzen des Dorfes. Der Zugang ist auf die Außenbereiche beschränkt; gelegentlich werden Führungen angeboten, die Gestalten wie Jeanne de Belleville, den Marschall de Clérambault und Julien Poydras de la Lande in Erinnerung rufen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Palluau#/media/Datei:Chateau_de_Palluau_(Vend%C3%A9e).jpg

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 46.8021, -1.6204