Privatbesitz
Château de Nesmy

Das Château de Nesmy ist ein historisches Schloss in der Gemeinde Nesmy im Département Vendée (Region Pays de la Loire) im Westen Frankreichs, in der Nähe von La Roche-sur-Yon.
Die Seigneurie von Nesmy, die über hohe und niedere Gerichtsbarkeit verfügte, hat äußerst alte Wurzeln. Die ältesten Teile der Anlage gehen auf das 11. Jahrhundert zurück, als das Schloss auf den Fundamenten eines sehr alten Gutes der Familie Ascelin errichtet wurde. Die Herren von Nesmy werden häufig im Kartular von Sainte-Croix de Talmont erwähnt (68 der 536 Urkunden zwischen 1049 und 1254 betreffen sie). Der früheste bekannte Herr ist Ascelin de Nesmy, dem 1060 sein Sohn Ponce und später Jean, Hugues und andere folgten.
Bemerkenswerterweise blieb das Anwesen fast tausend Jahre lang in derselben erweiterten Familie. Der Besitz ging über Generationen hinweg weiter (oft vom Onkel auf den Neffen oder die Nichte bzw. vom Schwiegervater auf den Schwiegersohn). Es wurde nur einmal verkauft, 1596, und dieser Verkauf erfolgte innerhalb der Familie (an einen Cousin, Isaac Chabot). Spätere Eigentümer waren die Familien Chabot und Mauclerc; im 19. Jahrhundert gehörte es der Familie de Tinguy de Nesmy. Die heutigen Eigentümer, André und Élisabeth Chapelle, erbten das Anwesen um 2003–2005.
Das Schloss steht auf einem Felsvorsprung und blickt auf eine Terrasse aus dem 16. Jahrhundert sowie auf den Standort eines alten Weihers. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es als typischer vendéischer Logis neu errichtet. Ab 1842 ließ Charles und Mathilde de Tinguy umfangreiche Arbeiten durchführen: Der Architekt François Léon Liberge fügte runde Türme an der Fassade hinzu, erhöhte die Dächer und errichtete neoklassizistische Wirtschaftsgebäude im italienischen Stil. Weitere Modernisierungen folgten um 1860 unter dem Architekten Guillerot.
Gleichzeitig entstand 1842 ein 47 Hektar großer Landschaftspark nach Plänen des angevinischen Landschaftsgärtners und Baumschulbesitzers André Leroy, der später von den Brüdern Bühler erweitert wurde. Er zeichnet sich durch sorgfältig angelegte Sichtachsen auf das Schloss, ein hydraulisches System aus fünf miteinander verbundenen Weihern und einen Gürtel seltener und alter Bäume (Sumpfzypresse, Sequoien, Libanonzedern, Virginischer Tulpenbaum u. a.) aus. Mehrere Staffagebauten (fabriques) ergänzen die Anlage.
Die Fassaden und Dächer des Schlosses, die Plattform, die Wirtschaftsgebäude und der Park (mit Mauern und Fabriques) wurden am 8. Dezember 2008 teilweise als Monument historique eingetragen. Das Schloss ist weiterhin privater Familienwohnsitz; der Park ist im Sommer und zu besonderen Anlässen wie den Europäischen Tagen des Denkmals für Besucher geöffnet.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Collection A. Robin, Fontenay-le-Comte · Wikimedia Commons · Public domain
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 46.5958, -1.4046