BurgChauvigny

Château de Gouzon

Château de Gouzon

Die Burg kann besichtigt werden

Das Château bekam seinen Namen nach einer ehelichen Verbindung der Blanche de Beaumont mit dem Guy de Gouzon, aus dem Hause Bourbon, gegen Ende des 13. Jahrhunderts.

Die Grundmauern eines Vorgängerbauwerks unterhalb des Donjons wurden bei den Renovierungsarbeiten Ende des 20. Jahrhunderts entdeckt und datiert auf 3.500 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung.

Auf der Nord- und Südseite des Donjons ist deutlich erkennbar, dass er in zwei Bauabschnitten errichtet worden ist: Der erste Abschnitt besteht aus einem Donjon des 12. Jahrhunderts, mit fast quadratischem Grundriss, in den Abmessungen um 12 x 12 Metern (über alles), einer Wanddicke von 2 Metern und in einer Höhe von knapp 12 Metern, über angrenzendem Terrain. Im 13. Jahrhundert wurde dieser Turm, vermutlich von den Herrschaften der de Gouzon, erweitert auf einen Grundriss, im Mittel 13 x 20 Meter groß, und auf ca. 17 Meter in der Höhe. Die neuen Wände sind nur noch ca. 1,30 Meter dick. In den Fassaden auffallend ist der Wechsel der Querschnitte der äußeren Pfeilervorlagen des Mauerwerks, beim ersten Turm eckig und bei der Erweiterung kreisbogenförmig gerundet.

Die runden Pfeilervorlagen, vor allem an den Gebäudeecken, lassen den Donjon deutlich wehrhafter erscheinen, da man zunächst glaubt, er sei von runden begehbaren Türmen umgeben, ausgestattet mit schussbereiten Verteidigern. Die Pfeilervorlagen sind aber aus massivem Mauerwerk und sollen die aufgehenden Mauern zusätzlich stabilisieren.

Der Donjon war in der Höhe mit Holzbalkenlagen in Geschosse unterteilt. Obenauf, aber noch unter den Außenwandkronen verborgen, gab es ein nach allen Seiten geneigtes Dach, dessen „begehbare“ Dachrinnen hinter den Außenwänden über Wanddurchlässe und Wasserspeier nach außen entwässert wurden.

Von den sicher einmal vorhandenen Mauern, Höfen und Gebäuden, die den Donjon im Mittelalter umgeben haben, ist so gut wie nichts übrig geblieben. Die Stützwand entlang der Hauptstraße ist vermutlich ein Teil dieser Vorburg. Auf der talseitigen Ostwand sind oberhalb des 1. Bauabschnitts die Rückseite eines Heizkamins aus Klinkern nebst etlichen Balkenlöchern zu erkennen, was auf ehemalige Anbauten in dieser Höhe schließen lässt.

Um 1350 muss der Kauf des Château de Gouzon durch die Bischöfe von Poitiers, gleichzeitig Herrschaften von Chauvigny, erfolgt sein. Für 1687 ist eine Besichtigung der Abgesandten der bischöflichen Verwaltung von Poitiers belegt, in der das Château de Gouzon im Ganzen zur Ruine erklärt wurde.

1889 wurden von staatlichen Stellen die Überreste des Châteaus als „Monument historique“ klassifiziert. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wickelte man ein umfangreiches und mehrjähriges Restaurierungsprogramm ab.

Heute gibt es im und teilweise neben dem Donjon ein Museum, mit einer Dauerausstellung zum Thema „Industrielle Archäologie“, ergänzt durch Wechselausstellungen zu historischen Themen, wie z.B. über die Kelten. Der Donjon erhielt eine neue Höhenaufteilung mit Stahlbetondecken, in vier oberirdische Geschosse, davon eins in doppelter Höhe, plus einem Kellergeschoss. Dabei wurden die Löcher in den Wänden, in denen die alten Balkenlagen und der Dachstuhl aufgelagert waren, sichtbar belassen. Die Geschosse und das begehbare Dach werden durch eine modernen runden Aufzugschacht aus glänzend poliertem Metall erreicht, der spiralförmig von der Geschosstreppe umschlossen wird. Das Ganze kann man als architektonisches Kunstwerk klassifizieren.

Vergessen darf man nicht den großen Ausstellungsraum südlich neben dem Donjon, der gänzlich von einer Stahl-Glaskonstruktion überdacht ist. Darin steht eine Dampfmaschine, die zur Demonstration langsam elektrisch angetrieben wird. Hier kann man auch die Grundmauer des Vorgängerbauwerks des Donjons einsehen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:F07_0037.Ch.JPG

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 46.5707, 0.6488