BurgChauvigny

Château d'Harcourt

Château d'Harcourt

Die Burgruine kann besichtigt werden

Das Château d'Harcourt hat seinen Namen von Jean II., einem Mitglied der recht bedeutenden Familie d'Harcourt aus der Normandie, der um 1280 sich mit einer Vicomtesse de Châtellerault vermählte und aus dieser Verbindung Vizegraf von Châtellerault wurde. Er ließ im 13. Jahrhundert neben der bischöflichen Burg das Château d’Harcourt errichten, vermutlich auf den Resten einer Vorgängerburg. Die Festung blieb für etwa 200 Jahre im Besitz der Familie d'Harcourt, und wurde 1447 den Nachbarn, den Bischöfen von Poitiers, Barone von Chauvigny, übertragen.

Das Château d’Harcourt ist vor der aktuellen Renovierung des Donjons der de Gouzon die am besten erhaltene Burganlage der Oberstadt von Chauvigny. Sie besteht aus einer Vorburg und einem Donjon. Die Vorburg ist rechteckig und misst außen 29 x 39 Meter. Die talseitige nach Osten weisende Mauer der Vorburg steht in Verlängerung und im Anschluss an die Wehrmauern der befestigten Oberstadt, das heißt auch auf der Außenkante der steilen Felswand des Burgbergs. Die anderen drei Seiten haben über 2 Meter dicke und hohe Wehrmauern, die teilweise außenseitig an ihrem Fuß schräg abgeböscht sind.

An den Ecken der Vorburg und auch noch dazwischen sind im Grundriss zylindrische Türme angeordnet, mit knapp 4 Metern Durchmesser. Die darin angelegten Schießscharten weisen sie als aktive Verteidigungselemente der Burg aus. Durch das Hervorragen der Türme aus den Wänden, etwa zur Hälfte ihres Durchmessers, ergibt sich für die im Verteidigungsfall darin ausharrenden Schützen ein weitwinkliges Schussfeld. Das Zugangstor wird von einer Art Doppelturm flankiert, das mit Falltor und Fallgatter gesichert werden konnte. Zwischen den Türmen sind in den Mauern innenseitig Nischen angeordnet, in deren Mitte wiederum Schießscharten ausgespart sind, von denen je zwei Schützen ihre Waffen gleichzeitig bedienen konnten.

Der Donjon besteht aus zwei Türmen, von denen nur der südliche hoch aufragt, ab Hofniveau drei wegen der Kuppelgewölbe sehr hohen Geschosse, plus Dachaufbauten. Er ist außen vollständig vor der Wehrmauer der Oberstadt und der Vorburg errichtet, und reicht von dort aus weit hinunter auf die deutlich tiefer liegende Felsböschung. Die Mauern sind verstärkt durch großzügige, rechtwinklige Wandvorlagen, die nach unten hin in ihrer Dicke zunehmen

Im untersten Geschoss des Südturms diente ein Gewölbekeller bis in das 19. Jahrhundert hinein als Gefängnis. Die Außentür der Zelle hatte einen eigentümlichen Mechanismus. Sie konnte geringfügig offen stehen, hinderte aber die Insassen durch einen Riegel an der Flucht.

Das Innere des Donjons (Südturm) erreicht man heute über die Treppe im Nordflügel durch eine Tür im ersten Obergeschoss. Der ganze Grundriss wird durch einen Saal eingenommen, mit einem Tonnengewölbe überdeckt, in mittelalterlichem Ambiente. Der große Raum diente zum Wohnen und zum Aufenthalt der Wache. Auf drei Raumseiten gibt es Fenster, die reichlich Tageslicht einfallen lassen. An den Giebelwänden sind größere Nischen mit Rundbögen überdeckt, und jeweils 2 schmalen Fensteröffnungen. An den Leibungen der Nischen gibt es auf beiden Seiten Sitzbänke, die bekanntermaßen zum Ausdruck „Fensterbänke“ geführt haben.

Eine kleine Tür führt zu einer Treppe, die die Wohn- und Aufenthaltsräume der oberen Geschosse erschließt. Die oberen Partien des Nordturms sind im 16. Jahrhundert umgestaltet worden.

Der Donjon (Südturm) ist mit einem steilen Satteldach überdeckt, das von den Giebelwänden der Ost- und Westseite deutlich überragt wird.

Der im Laufe der Zeiten stark veränderte Nordturm ist, ab dem Hofniveau, nur zwei Geschosse hoch. Sein Unterbau reicht aber, ebenso wie beim Südturm, vor der senkrechten Felswand hinunter bis auf die massive Felsböschung. Auch hier findet man nach unten zunehmende Pfeilervorlagen und Abstützungen der Gebäudeecken. In den Räumen der beiden oberen Geschosse werden heute Wechselausstellungen bildender Kunst präsentiert.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:F07_0003.Ch.JPG

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