Zentrum agronomischer Forschungen
Château Changins (Nyon)

Das Château de Changins wurde vermutlich im 18. Jahrhundert auf den Überresten eines alten römischen Gebäudes errichtet. Beim Bau des Schlosses fand man die Überreste einer dicken Bruchstein-Mauer, die aus dieser Zeit stammte.
Besitzer des Schlosses waren die Familie de Changins, Grafen aus Savoyen und bürgerliche aus Nyon. Hiernach gelangte der Besitz von Changins an Pierre Noël, Beisitzer der Vögte aus Nyon, dem die erste Konstruktion des Schlosses zugesprochen wird. 1712 verkaufte seine Witwe den Besitz (6,8 Hektar) an Jean Crespin, ein aus Gévaudan stammender Händler (Lozère), der 1728 starb. 1730 wurde Changins für 79.800 Gulden von Armand-Louis de Sankt George, Graf de Marsay, ursprünglich aus Limousin und Minister für Ihre britische Majestät in Genf dank der Mitgift seiner Ehefrau Henriette-Catherine de Mestral de Pampigny gekauft. Er ließ die Molassenorangerie bauen, die westlich vom Schloss liegt.
Nach dem Tod von Armand-Louis de Sankt George 1762 erbten die beiden Söhne, Gabriel-Louis und Henri-Auguste den Besitz, welcher seit 1780 auch die Herrschaft von Duillier umfasste. Anschliessend war es im Besitz des Sohnes des letzteren, Gabriel-Henry de Sankt George, der drei Gebiete 1809 besaß: Changins, Duillier und Chardonney. Sein Sohn Alexandre folgte ihm und stellte als Partisseur den Stadtschriftsteller Urbain Olivier ein. 1905 liess der letzte der Sankt Georges von Changins, William-Henry, die Fassade des Schlosses mit einem gerundeten Erker mit Balkon verzieren, dessen Erbauung das Leben von vier Arbeitern durch den Fall einer Platte von sechs Tonnen kostete.
Bis 1933 gehörte Changins Sophie Cérésole-de Mestral. Nach und nach gelangte der Besitz an Dr. Francois-Placide Nicod von Lausanne, der die Zimmer in den Dachstühlen schaffen liess, um die Schüler eines Pensionates zu beherbergen – dann Edgar Glauser, ein Unternehmer aus Locle. 1953 erwarb der Bund den Besitz, um ein neues Zentrum agronomischer Forschungen einzurichten. Obwohl das Gebiet von Changins sich äusserlich seit dem Kauf durch den Bund nicht änderte, so kann man doch feststellen, dass die föderale Station der agronomischen Forschung von Changins (SFRA oder genauer RAC) mit dem Schloss als zentrale Verwaltungsstelle die wichtigste in der Schweiz geworden ist.
Tatsächlich leitet man hier etwa 230 Mitarbeiter und Forscher, darunter 56 Wissenschaftler und 136 Techniker, die mehr als 200 Hektar Versuchskulturen im Waadtland, Wallis und im Tessin überwachen. Changins befasst sich besonders mit dem Getreide, gejäteten Pflanzen, Futter-, Obst-, Gartenbaukulturen, und Weinbau-, mit dem Schutz und Verbesserung der Pflanzen, der Kontrolle des Saatguts, und der Chemie und der Physiologie. Andere Gebiete des RAC sind spezialisiert auf Weideland, Wald und Vieh, Mais und Kartoffel, kleine Früchte, Blumen- und Baumzucht.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 46.3987, 6.2330