Privatbesitz
Château Champvent

Auf einem hohen Hügel, der das breite Tal der Thièle beherrscht, hat Schloss Champvent unter den Waadtländischen Festungen seinen mittelalterlichen Charakter behalten. Das gegen 1250 durch Karl de Grandson erbaute Schloss wurde in Größe und Form bis heute nicht viel verändert. Es umfasst eine Ringmauer, die mit runden Türmen flankiert wird. Einer von diesen wurde in einen Wachtturm umgewandelt. Im Laufe der Jahre wurde das Innere der Gebäude mehrmals an den Geschmack und an den Wohnungsstil verschiedener Zeitalter umgestaltet. Mit seiner rechteckigen Umfriedungsmauer und seinen vier runden Türmen entsprach das Werk einem überaus verbreiteten Typ von Burgen französischer Inspiration, die in der französischen Schweiz Mitte des 13. Jahrhunderts durch die Herzöge aus Savoyen eingeführt wurden.
Die ersten Erwähnungen der Herrschaft von Champvent erfolgte um das Jahr 1100. Das Dorf Champvent, welches zu Beginn des 12. Jahrhunderts erwähnt wurde, gehörte wahrscheinlich den Königen von Ober-Burgund. Sicher ist, dass die Herren von Grandson sich bereits vor Beginn des 12. Jahrhunderts in der Region von Champvent niedergelassen und eine beträchtliche Herrschaft gegründet hatten. Die Herrschaft dehnte sich im Laufe der Zeit weit über die Zone des Waadtländischen Jura aus und umfassten die Territorien von Champvent, Mathod, Suscévaz, Essert, Orges, Vugelles-la-Mothe, Vuiteboeuf, Sainte-Croix und Bullet. Später wurden andere befestigte Burgen auf dem Territorium der Herrschaft von Champvent errichtet, wie die beiden Schlösser Mothe und Covatanne in der Nähe von Sainte-Croix. Aber das Zentrum der Herrschaft blieb immer die Festung von Champven.
Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts genossen die Herren von Champvent ein hohes Ansehen in den Waadtländischen Ländern. Die Familie starb 1336 mit dem Tod von Jean de Champvent aus. Der Besitz fiel an Ludwig von Neuenburg, der in seinen alten Tagen Margerite de Vufflens heiratete. Nach seinem Tod - er hatte keine Nachkommen – heiratete Margerite in zweiter Ehe Jacques de Vergy, der zum Herr de Champvent wurde. Die de Vergy, die als vermögende und distinguierte Familie galten, zählten zu den intimen Freunden der Burgunder Herzöge. Sie bewohnten Champvent mehrere Generationen, so dass die Herrschaft sich lange Zeit unter dem Einfluss des Herzogtums von Burgund befand. Während der burgundischen Kriege schlug sich Wilhelm de Vergy an die Seite von Karl den Kühnen. Daher wurde das Schloss Champvent von den Truppen der Eidgenossen nach der Schlacht von Grandson niedergebrannt. Wilhelm baute das Schloss wieder auf. Nach der Eroberung des Waadtlandes durch die Berner 1536 kamen die Herrschaftlichen Rechte zur Stadt Bern zurück und wurden von Yverdon verwaltet. Das Schloss diente nur noch als privates Herrenhaus und wechselte oft den Eigentümer.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 46.7790, 6.5715