SchlossThüngen

Burgsinner Schloss

Burgsinner Schloss

Privatbesitz

Etwa 200 Meter vom Burgschloss entfernt steht das "Burgsinner Schloss". Bauherr war der ehemalige Herzog von Franken und Würzburger Fürstbischof Konrad II. von Thüngen. 1524 wurde mit dem Bau begonnen, fertig gestellt wurde das Schloss, das auch "Hohe Kemenate" genannt wird, 1545 von Andreas VIII. von Thüngen. Er gehörte der in Burgsinn ansässigen Linie der Familie an, daher der Name des Schlosses.

Die Geschichte des Hauses ist sehr bewegt, die Räume wurden für unterschiedlichste Zwecke genutzt. Im ersten Stockwerk befinden sich auch heute noch die Büroräume von Hanskarl von Thüngen, dem Chef des "Freiherrlich von Thüngenschen Domänenamtes" und Eigentümer der angrenzenden Brauerei "Herzog von Franken".

Besonders sehenswert ist das einstige Amtszimmer von Konrad II. von Thüngen (1466 - 1540), dem ehemaligen Herzog von Franken und Würzburger Fürstbischof. Der mit prachtvollen Holzintarsien ausgestattete Renaissance-Saal wurde in den 1960er Jahren umfangreich renoviert. Das reichhaltige Schnitzwerk wurde von Schreinern der Brauerei ausgebessert oder stilgetreu ergänzt. Auch die Wandgemälde wurden unbeschädigt freigelegt.

Der Juwel ist die Eichentüre des Zimmers. Dr. Susanne von Thüngen umschreibt die aufwändigen Schnitzereien wie folgt: "Dieses Werk orientiert sich an antiken Motiven mit ionischen und korinthischen Säulen, sowie einer idealisierten Landschaft, durch die die Illusion geschaffen wird, durch ein Fenster aus dem Innenraum nach draußen zu blicken. Bezeichnend für die Kunst dieser Zeit ist die deutlich erkennbare Symmetrie und die Zentralperspektive." Das Portal mit den Einlegearbeiten besteht aus zwanzig verschiedenen Holzarten.

Seit Februar 2002 werden im Renaissance-Saal standesamtliche Trauungen durch den Thüngener Bürgermeister Klaus Enzmann vollzogen. Hanskarl von Thüngen vermutet, dass dies auch schon früher der Fall gewesen sein dürfte.

Von 1867 - 1879 befand sich im Burgsinner Schloss die Poststelle, zeitweise auch eine Telegraphenstation.  Zentraler Punkt im Erdgeschoß war früher eine Kapelle. 1960 wurde der Gewölbesaal der Kapelle in eine Gaststätte umgebaut. Seit 2009 bewirtschaftet die Familie Keller die Gaststätte "Schloß-Stuben" mit dem Biergarten und einer Kegelbahn.

Von großer Bedeutung war das Burgsinner Schloss nach 1945 für viele Familien aus dem Sudetenland. Die Heimatvertriebenen fanden im angrenzenden Hofgut des Barons von Thüngen eine Anstellung und konnten im Burgsinner Schloss wohnen. Die Wohnform war allerdings wenig komfortabel. In Lagerräumen und im "Schalander" (Pausenraum der Bierbrauer) lebten vielköpfige Familien auf engstem Raum.

Nach dem Krieg waren im Hofgut viele Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt, die sich neben der Feldarbeit auch um das Vieh gekümmert hatten. Heute gibt es keine Tiere mehr im Hofgut. Die wenigen Mitarbeiter bewirtschaften mit modernen Maschinen die Felder.

In den weiteren Stockwerken des Burgsinner Schlosses befinden sich Wohnungen, in denen früher Mitarbeiter der Brauerei oder des Hofgutes gewohnt haben. Die Wohnungen sind jedoch heute nicht mehr vermietet.

Zum zehnjährigen Jubiläum der angrenzenden Brauerei "Herzog von Franken" wurde ein Kellergewölbesaal - direkt unter den "Schloß-Stuben" aufwändig renoviert, der nun für Festlichkeiten gemietet werden kann.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.de/thread.php?threadid=1240

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.9422, 9.8573