Die Burgruine kann besichtigt werden
Burgruine Thierberg

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts dürften die Freundsberger Thierberg zum Schutz ihrer Güter am linken Innufer errichtet haben. Als erster Burgherr wird Konrad von Freundsberg 1290 erwähnt, der auch unter dem Namen Chunrat von Tyrberch fassbar ist. 1303 wurde die kleine Burg von den Rattenbergern erobert, was aber nichts an den Besitzverhältnissen änderte, denn 1312 saß hier Thomas von Thierberg aus der Familie der Freundsberger. 1363 fiel mit Tirol auch Thierberg an die Habsburger. Die Freundsberger hatten die Feste damals an Rudolf von Haslang verpfändet. Nachdem 1369 Kufstein an Bayern gefallen war, verkauften sie 1379 die Burg an die bayrischen Herzöge. Diesen ließen sie von Pflegern verwalten. Durch den Ausbau der Festungen Kufstein und Rattenberg ging die Bedeutung von Thierberg zurück, so dass die dortigen Bauten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dem Verfall überlassen wurden.
Als Kaiser Maximilian I 1504 Kufstein eroberte, schenkte er Thierberg seinem Kammerdiener und seinem Türhüter, was auf den geringen Stellenwert der Burg hinweist. Beide kümmerten sich kaum um ihren neuen Besitz. Nun wechselten die Besitzer häufig. Als Christof Philipp Graf von Liechtenstein 1539 die Hofmark Thierberg als landesfürstliches Lehen bekam, wurde sie nur mehr als Burgstall bezeichnet. Zu einer Verbesserung kam es erst, als Georg Voglmayer 1584 Thierberg übernahm. Er ließ den bereits verfallenen Palas zur Hälfte wieder aufbauen, da er nun die Wallfahrtskapelle aufnehmen sollte. Voglmayer benützte die Reste der einstigen Ringmauer als Baumaterial für sein neues Haus unterhalb der Burg.
1653 ging das Lehen an Dr. Jacob Hueber, einem Innsbrucker Advokaten, über. Seine Witwe verkaufte den Besitz 1691 an den Gewerken Franz Bernhard von Millau zu Weidenburg. Johann Georg von Millau zu Weidenburg konnte 1848 das Lehen in freies Eigen umwandeln. Dennoch verkaufte er noch im gleichen Jahr Thierberg an Roman Mayr, einem Kaufmann aus München. Sein Schwiegersohn Matthias Oberhummer erbte den Besitz. 1939 verkaufte Hugo Oberhummer den Lehenhof mit den Resten der Burg an die Großindustriellenfamilie Henkel aus Düsseldorf. Sie blieb bis heute Grundeigentümer am Thierberg.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.de/thread.php?threadid=1286&sid=e0cf3b25144c5abbb20a4f161af1a193
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