Die Burgruine kann besichtigt werden
Burgruine Saaleck

Die Burg Saaleck liegt nur wenige hundert Meter entfernt von der Rudelsburg stromaufwärts der Saale oberhalb von Bad Kösen im Ort Saaleck des Burgenlandkreises in Sachsen-Anhalt. Die Höhenburg grenzt südlich an diesen Ort an, der Namensgeber ist. Die Burg ist nur noch als Ruine erhalten und als Ausflugsziel beliebt. Sie liegt an der Straße der Romanik.
Die Burg liegt auf einem dachförmigen, nach Westen vorspringenden Muschelkalkrücken unmittelbar südlich der Ortschaft Saaleck, ca. 172 Meter über dem Meeresspiegel und ist knapp 23 Meter hoch. Das charakteristische Bild der Burg wird durch die weithin sichtbaren beiden runden Bergfriede gebildet, deren Mauerstärke etwa zwei Meter beträgt. Im Mauerwerk des Westturms befinden sich eine mittelalterliche Abortanlage und ein Kamin, die das bewohnbare Geschoss bezeichnen. Die Kernburg war einst von einer inneren und äußeren Wehrmauer umschlossen. An der inneren Mauer sind die Reste mehrerer Wohnbauten erhalten. An den beiden Schmalseiten der umlaufenden Terrasse wurde jeweils ein Graben mit vorgelegtem Wall angelegt. Auf der der Rudelsburg zugewandten Ostseite des Bergsporns sind weitere Halsgräben mit Wällen vorgelagert.
Vergleichbare Burganlagen mit zwei runden Bergfrieden sind Münzenberg, Hohandlau, Botenlaube und Thurant.
Die Burg im Mittelalter und der frühen Neuzeit
Im Jahr 1140 werden mit Hermannus advocatus de Salek erstmals die Edelfreien von Saaleck urkundlich genannt, die in der Folgezeit sowohl im Gefolge des Naumburger Bischofs als auch des Landgrafen von Thüringen und des Markgrafen von Meißen erscheinen. Bauherren der Burg waren vermutlich die Thüringer Landgrafen. Um 1220 gelangte die Burg an die Schenken von Vargula. Im Gedächtnis der Nachwelt ist Rudolf II, landgräflicher Schenk und Herr von Saaleck besonders bekannt, weil er am Hof Hermanns I. diente und Ludwig IV. als Kreuzritter nach Otranto folgte.
Die Türme und Teile der äußeren Umfassungsmauer dürften noch aus dem späten 12. Jahrhundert stammen. Deutlich wird dies insbesondere bei dem Westturm, der aufgrund der sorgfältige Steinbearbeitung und Ausstattung mit Kamin und Abort in diese Zeit zu datieren ist. Auch der Ostturm ist im Kern noch romanisch, wurde aber etwa ab Oberkante der ehemaligen Ringmauern in gotischer Zeit neu errichtet bzw. wurde zumindest seine Außenhaut erneuert. Bislang kaum erforscht sind die umfangreichen Außenanlagen, von denen nur noch geringe Mauerspuren erkennbar sind. Angeblich sollen sie das Dorf Saaleck mit umfasst haben
Burgenromantik des 19. Jahrhunderts
Seit der Mitte des 19. Jahrhundert besingt das von Hermann Allmers gedichtete Studentenlied Dort Saaleck, hier die Rudelsburg die romantische Landschaft des Saaletales mit den beiden benachbarten Burgen.
Bei archäologischen Ausgrabungen im Jahre 1930 wurde der Brunnen der Burg entdeckt, aber eine Klärung der mittelalterlichen Bauzusammenhänge konnte nicht erzielt werden.
Die Burg während der Zeit der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus
Ein Burgturm war 1922 das letzte Versteck der Attentäter Walther Rathenaus, Erwin Kern und Hermann Fischer, die dort am 17. Juli 1922 entdeckt wurden. Bei der Verhaftung wurde einer der Attentäter erschossen, der andere beging Suizid. Der damalige Pächter Hans-Wilhelm Stein, der den Attentätern Unterschlupf gewährt hatte, wurde dafür verurteilt.
Die militaristischen Verbände Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten und Führer der Brigade Ehrhardt weihten im Bunde mit SS und SA am 17. Juli 1933 eine Gedenktafel für die von ihnen als „Helden“ Verehrten am Bergfried der Burg ein. Im Oktober gleichen Jahres wurde ihnen nach „feierlichem Gottesdienst“ von Angehörigen und NS-Prominenz auf dem Friedhof des Ortes Saaleck ein Gedenkstein errichtet. Auf Grund zunehmender Wallfahrten rechter Gruppen wurde dieser im Jahre 2000 von der ansässigen Pastorin mit Hilfe der Bundeswehr abtransportiert und zerstört.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Joachim Schneeleopard
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Lage: 51.1097, 11.7010