RuineRemagen - Rolandswerth

Burgruine Rolandseck

Burgruine Rolandseck

Die Reste der Burgruine können besichtigt werden

Die Burg Rolandseck im Remagener Stadtteil Rolandswerth war eine Höhenburg am Rhein, deren erhaltene Ruine Rolandsbogen genannt wird. Im Jahr 1040 wurde sie erstmals als Rulcheseck (Ruolechereck) erwähnt. Die Burg wurde 1122 durch Erzbischof Friedrich I. von Köln zusammen mit dem Frauenkloster Nonnenwerth erbaut. Möglicherweise bestand ein Vorgängerbau seit 1040.

Die Ruine der Burg Rolandseck (Burg Rulcheseck) liegt am steilen Abhang des Rodderberges auf etwa 105 m ü. NN oberhalb des Rheintales und diente zusammen mit den fast direkt gegenüberliegenden Burgen Drachenfels und Wolkenburg der Sicherung der Südgrenze des geschlossenen Territoriums des Erzstifts Köln im 12. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wandelte sich der alte Namen in den heutigen.

1475 im Burgundischen Krieg zerstört, wurde sie wieder errichtet und im Dreißigjährigen Krieg um 1632 von den Schweden schwer beschädigt und verfiel zur Ruine. Diese stürzte am 19. Februar 1673 bei einem Erdbeben bis auf ein letztes Burgfenster, den sog. Rolandsbogen, ein.

Um die Burg rankt sich die Rolandssage in einer mittelhochdeutschen Variante, gemäß derer Ritter Roland von hier stammt und eine trauernde Hildegunde vom Drachenfels zurücklässt, die daraufhin ins Kloster Nonnenwerth eintritt − ungeachtet des Umstandes, dass die Rolandfigur als Vasall Karls des Großen im 8. Jahrhundert zu verorten ist, also gut 300 Jahre vor dem Bau von Burg und Kloster.

Rolandsbogen+

Der Rolandsbogen, das verbliebene Burgfenster der Burg Rolandseck, wurde zu einem Wahrzeichen der Rheinromantik des 18./19. Jahrhunderts im Bonner Raum. Als er am 28. Dezember 1839 einstürzte, gab der Dichter Ferdinand Freiligrath, der von 1839 bis 1841 in Unkel wohnte, durch seinen Spendenaufruf in der Kölnischen Zeitung den Anstoß zum Wiederaufbau. Er wurde dafür 1914 mit dem Freiligrath-Denkmal am Fußweg vom Rheintal zum Rolandsbogen geehrt. Mittels der Spenden konnte der Bogen bereits 1840 wieder aufgebaut werden. Die Pläne zum Wiederaufbau steuerte der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner bei.

Bereits 1893 ist auf dem Hochplateau am Rolandsbogen ein Erfrischungskiosk dokumentiert. Sophie, eine der Töchter des ersten Betreibers, soll gemäß familiärer Überlieferung den Heimatdichter Jörg Ritzel zu einem in seiner Vertonung von Paul Mania bekannt gewordenen Gedicht inspiriert haben:

Ich kam von fern gezogen zum Rhein, zum Rhein.
Beim Wirt am Rolandsbogen da kehrt ich ein.
Ich trank mit seiner Base auf Du und Du.
Der Mond mit roter Nase sah zu, sah zu.

Von der Außenterrasse bietet sich eine gute Aussicht auf das Rheintal, insbesondere auf das Siebengebirge mit Drachenfels und Petersberg im Norden, mit Bad Honnef und den vorliegenden Inseln Grafenwerth und Nonnenwerth im Osten sowie rheinaufwärts Richtung Unkel und Oberwinter im Süden.

Die Familie Lenz/Böhm ersetzte 1929 den im Familienbesitz befindlichen Kiosk durch das heute noch betriebene Restaurant Rolandsbogen; 1965 wurde ein kleiner Rebhang rund um das Gebäude angelegt.

Der Ort hatte mehrfach prominenten Besuch. So soll gemäß Überlieferung der Familie 1902 die Verlobung zwischen Konrad Adenauer und seiner ersten Frau Emma Weyer am Rolandsbogen stattgefunden haben. Im Juni 1999 (G8-Gipfel in Köln) empfing Bundeskanzler Gerhard Schröder hier den US-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton zu einem Dinner.

Ende 2007 stand das Restaurant Rolandsbogen vor dem Aus. Die Kosten für die Pflege und den Erhalt der Burgruine waren durch den Betrieb des Restaurants nicht zu erwirtschaften. Anfang 2008 erwarb der Bonner Unternehmer Jörg Haas mit seiner am Bonner Bogen tätigen Gesellschaft BonnVisio den Berg mit der Burgruine, wobei Frank L. Böhm zunächst weiterhin als Geschäftsführer fungierte. Mit seinem Ausscheiden am 30. Juni 2009 endete die 1893 begonnene Tradition der Familie Lenz/Böhm am Bogen. Das Restaurant Rolandsbogen wurde 2009 renoviert und wird seitdem mit einer heimatverbundenen Gourmet-Küche bewirtschaftet. Im Juli 2012 übernahm das Berliner Gastronomieunternehmen Lutter & Wegner den Betrieb des Restaurants.

Für die Burgruine sowie das Umfeld wurde eine langfristig ausgerichtete Sanierungsplanung entwickelt. Planung und Umsetzung erfolgen in Abstimmung mit der Stadt Remagen, dem Landkreis Ahrweiler, den Denkmalbehörden sowie den Fördervereinen. Mit der Sanierung des Freiligrathdenkmals am historischen Aufstieg (historischer Postweg), des einsturzgefährdeten und efeubewachsenen Rolandsbogens, der bis zu 12 Meter hohen Burgmauern im Süden sowie des Treppenaufgangs zur Burg wurde 2010 begonnen. Das äußere Erscheinungsbild des Rolandsbogens hat sich nach der vollendeten Sanierung durch seine Befreiung vom Efeu verändert.

Im September 2012 wurde eine weitere Sanierungsphase eingeleitet, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen sowie unter anderem den Treppenaufgang zur Aussichtsterrasse und die südlichen Mauern der Burg Rolandseck betreffen soll. Die Neugestaltung der Außenterrasse wird voraussichtlich im Frühjahr 2013 abgeschlossen. Im Juli 2013 wurde der Rolandsbogen in das bundesweite Förderprogramm National wertvolle Kulturdenkmäler aufgenommen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Joachim Schneeleopard

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