BurgLandsberg

Burgruine Landsberg

Burgruine Landsberg

Die Reste der Burgruine können besichtigt werden



Burg Landsberg ist der Rest einer Höhenburg auf einer Porphyrkuppe bei der Stadt Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Von der ehemaligen Höhenburg, die heute Teil der Straße der Romanik ist, sind nur unwesentliche Mauerreste vorhanden. Bedeutend ist die kunsthistorisch wertvolle stauferzeitliche Doppelkapelle.

Durch archäologische Ausgrabungen wurde nachgewiesen, dass der markante Burgberg von Landsberg bereits zu slawischer Zeit befestigt war. Geringe Reste einer Umwallung lassen sich noch im Gelände feststellen. Bei Abtragungen von Erdschichten in den 1990er Jahren wurden geringe Mauerreste der hochmittelalterlichen Burganlage freigelegt, die Putzritzungen aufwiesen. Generell sind die Ausmaße der Burg bedingt durch den vormaligen Steinbruchbetrieb am Kapellenberg (im Bereich des heutigen Felsenbades) nur noch schwer zu bestimmen.

Im 12. Jahrhundert gehörte Landsberg den Wettinern. Als Konrad der Große von Meißen sich 1156 in das Kloster auf dem Petersberg zurückzog, teilte er seine Besitzungen unter seinen drei Söhnen auf. Dietrich erhielt die Ostmark bzw. die Mark Lausitz, zu welcher Landsberg gehörte. 1174 wurde Dietrich urkundlich als „Comes de Landsberc“ erwähnt. Mithin wird die Burg zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt oder mindestens im Bau gewesen sein. Dietrich gehörte dem engen Umfeld von Kaiser Friedrich Barbarossa an. So nahm er am Italienfeldzug 1176/77 und an den Friedensverhandlungen in Venedig teil. Die enge Bindung zum Kaiser erklärt auch die Bauform der Burgkapelle. Doppelkapellen wurden nur im engen Umfeld des staufischen Kaiserhauses gebaut. Man nimmt an, dass die Burg 1184, im Todesjahr Dietrichs, fertiggestellt war. Als bedeutender Gefolgsmann des Kaisers hatte Dietrich mit hoher Wahrscheinlichkeit Bauten in seiner Burg errichten lassen, die dem hohen künstlerischen Niveau der Burgkapelle entsprachen.

Die Doppelkapelle, deren Architekturformen u. a. nach Ernst Ullmann einer „staufischen Reichsidee“ in der Architektur verpflichtet sind, wurde als einheitlicher Baukörper zwischen 1156 und 1184 errichtet. Die Zuschreibung einer vormaligen Basilika als Vorgängerbau der Burgkapelle bzw. einer möglichen Stiftskirche, die später (ab 1180) umgebaut wurde, muss sowohl aufgrund der Bauforschung durch Reinhard Schmitt als auch der Quellen- und Literaturlage bei Auert-Watzik/Mertens als falsch zurückgewiesen werden. Die Verwendung von Backsteinen an den Apsiden des ersten Geschosses, d. h. der Oberkapelle, ordnet Landsberg in eine Reihe früher Backsteinbauten (Pouch, Eilenburg) ein und setzt die Doppelkapelle in einen Kontext zu Bauten im lausitzer, südbrandenburgischen als auch sächsischen Raum. Warum gerade in der vermutlich dem Markgrafen/der adligen Oberschicht vorbehaltenen Oberkapelle Backstein als äußerlich sichtbares Material verbaut wurde, ist derzeit noch ungeklärt. Ein oberhalb des Nordportals vorhandener Blendbogen über dem Tympanon – heute leider verputzt – ist ebenso in Backstein ausgeführt.

Eine Blütezeit erlebte Landsberg, als es unter den Markgrafen Dietrich dem Weisen und dessen Sohn in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts neben Weißenfels als Residenz des wettinischen Territorialfürstentums Landsberg diente. Markgraf Heinrich III., der Erlauchte richtete für seinen zweitgeborenen Sohn Dietrich ab 1258/61 die Markgrafschaft Landsberg ein, die bis 1291 bestand. Mit dem Übergang bzw. dem Verkauf des nördlichen Teils der vormaligen Markgrafschaft Landsberg an die askanischen Markgrafen von Brandenburg – genauer an Otto IV. von Brandenburg – 1291 begann der schrittweise Verfall der Burg, da an der Residenz kein Interesse mehr bestand und sich zudem mit den Schenken von Landsberg ein vormals wettinisches Ministerialengeschlecht dort eingerichtet hatte. Die Schenken von Landsberg tätigten vermutlich zahlreiche Umbauten in der Burg und an der Doppelkapelle, die ab 1300 ihr zweites Obergeschoss erhielt.

Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Zustand der Burg als „jetzo ganz desoliert“ beschrieben. Allein die Kapelle befand sich in gutem Zustand. Beschädigungen im Dreißigjährigen Krieg, wiederholte Brände in der Stadt – die auch auf die Kapelle übergriffen und eine Erneuerung des Daches 1674/75 notwendig machten – sowie wilde Schatzgräberei nach vermuteten Grabbeigaben in der Unterkapelle im 18./19. Jahrhundert beförderten ab 1860 durchgreifende Restaurierungsarbeiten an der Kapelle unter Hinzuziehung von Ferdinand von Quast, August Stüler u.a. Begründern der preußischen Denkmalpflege. Dabei sollte die Doppelkapelle einer „stylgerechten Restauration“ unterzogen werden, die neben zahlreichen Veränderungen im Innenraum (u.a. Einbringung eines blau-goldenen Sternenhimmels) auch das äußere Erscheinungsbild (Aufbau eines Dachreiters analog der Petersberger Stiftskirche sowie massiver, spitzwinkliger Dachgauben) radikal verändert hätte. Diese geplante „Re-Romanisierung“ konnte aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht vollständig durchgeführt werden. Lediglich die noch heute vorhandene Bestuhlung, der Fußboden u.a. wurden neben einer weniger bauinvasiven und kostenintensiven Instandsetzung ausgeführt. Seit 1990 erfolgte eine neuerliche umfassende Restaurierung und Konservierung (Verputzung der Kapelle nach vormaliger Steinsichtigkeit des Außenbaus) unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jörg Heldt

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Lage: 51.5256, 12.1640