Die Burgruine kann besichtigt werden
Burgruine Hohenburg

Die Hohenburg, auch Homberg genannt, ist die Ruine einer Höhenburg in Homberg (Efze) im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.
Die Ruine Hohenburg befindet sich in der Kernstadt von Homberg auf dem bewaldeten Schloßberg (376,5 m ü. NN), einem steil aus der südlich des Bergs gelegenen Efzeaue aufragenden Basaltkegel, der westlich, südlich und östlich von den bebauten Ortslagen der Stadt umgeben ist.
Homberg lag im Schnittpunkt zweier historischer Handelsstraßen, der Straße von Fritzlar über Homberg nach Hersfeld und der Langen Hessen. Damit kam dem Standort eine wichtige strategische Bedeutung zu.
Durch wen und wann die Burg erbaut wurde, ist nicht bekannt. Im Jahr 1162 wurde jedoch ein Rentwich von Hohenburg urkundlich erstmals erwähnt, dieses Geschlecht starb 1427 mit Simon vom Hohen Berg aus. Ab etwa 1190 war sie im Besitz der Landgrafschaft Thüringen. Urkundlich wurde die Burg 1246 erstmals genannt. Zusammen mit der Stadt bildete die Burg eine Einheit. Sie war von großer Bedeutung der alten Handelsstraße Frankfurt-Leipzig.
Im 13. Jahrhundert kam sie unter Landgraf Heinrich I. an die neu entstandene Landgrafschaft Hessen. Sie wurde Verwaltungsmittelpunkt des Amtes Homburg. 1508 war der Bruder des hessischen Landgrafen Ludwig II. von Niederhessen, Erzbischof Hermann IV. von Köln, Eigentümer der Burg und ließ sie aufwendig umbauen. Eine Bronzetafel, die bei Grabungsarbeiten auf der Burg gefunden wurde, trägt die Inschrift: Herman von Gotzes gnaden Erzbyschoff zu Colne, des heiligen romschyn richs durch Ytalien, Ertzcantzler, Kurfürst, Herzog zu Westvaln und Engern, des Stifts zu Paderborn, Administrator A(nno) 1508. Die Bronzeplatte befindet sich im Heimatmuseum der Stadt Homberg. Sie zeichnet sich durch bemerkenswerte Ziselierarbeit aus und wird von dem erzbischöflichen und landgräflichen Wappen geschmückt.
Landgraf Moritz ließ von 1605 bis 1613 für 25.000 Taler den wieder freigelegten Burgbrunnen, welcher mit einer Tiefe von 150 Meter zu den tiefsten Brunnen Deutschlands gehört, errichten und die Burg weiter verstärken.
Die Landgrafen von Hessen-Kassel wahrten im Dreißigjährigen Krieg zunächst bis 1631 Neutralität. Ab 1634 wurde der Krieg nach Hessen hineingetragen. Am 16. Juli 1636 wurde die Stadt Homberg durch kaiserliche Truppen besetzt. Die Belagerung der Burg durch General Johann von Götzen mit einem kaiserlichen Heer von 13.000 Mann konnte jedoch erfolgreich abgewehrt werden. Bei einer erneuten Belagerung am 3. August 1636 musste sich die Burgbesatzung, wegen mangelnder Wasserversorgung ergeben. Die Bürger der Stadt konnten die Kontributionsforderungen des Oberst Tirell nicht erfüllen. Daraufhin ließ dieser Stadt und Burg niederbrennen.
Generalwachtmeister Rabenhaupt belagerte vom 28. bis 30. Januar 1648 die Burg und konnte sie für die Landgrafschaft Hessen-Kassel zurückerobern. Am 9. Februar 1648 kam es zur erneuten Kapitulation.
Die stark zerstörte Burg verfiel und wurde teilweise als Steinbruch für den Wiederaufbau der ebenfalls stark zerstörten Stadt Homberg genutzt. Noch heute sind viele Bauteile der ehemaligen Burg im Stadtbild wiederzufinden.
Heutige Nutzung+
1822 kam die Ruine in den Besitz der Stadt Homberg. Seit 1936 wird sie von einem Burgverein freigelegt, restauriert und betreut. Von 1952 bis 1958 wurde auf alten Fundamenten ein Bergfried errichtet. Dieser wurde nicht nach historischem Vorbild erbaut. Der Burgbrunnen wurde 1997 bis 2001 freigelegt.
Auf dem Gelände der Vorburg befindet sich heute eine Gaststätte. Ein Burgturm dient als Aussichtsturm, von dem der Blick auf Homberg und seine Umgebung genossen werden kann.
Anlage+
Die ehemals sehr umfangreiche Burganlage verfügte über eine kleine Vorburg (Zwinger) mit äußerem Burgtor, Zugbrücke über den Burggraben und Außenbastionen, verbunden über einen Torturm mit Wehrgang zur Kernburg und Eingang zur Burgkapelle. Weiter verfügte die Burg über eine runden Bergfried, einen Palas mit Rittersaal, ein Brunnenhaus mit einem 150 m tiefen Burgbrunnen (dritttiefster Burgbrunnen Deutschlands), einen Marstall, eine Militärunterkunft, ein Geschützhaus, ein Arsenal, ein Schützenerker, Kommandantenhaus und Treppenturm. Die Ringmauer hatte eine Mauerstärke von 1,5 Meter.
Der wuchtige, im Durchmesser 11 m betragende und 14 m hohe Burgturm gehört nicht zum historischen Bestand, sondern wurde als Aussichtsturm im Stil alter Bergfriede durch die Burgberggemeinde von 1952 bis 1958 errichtet.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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