BurgDorfprozelten-Kollenberg

Burgruine Collenburg

Burgruine Collenburg

Die Burgruine kann besichtigt werden

Die Collenburg, auch Kollenburg geschrieben, ist eine mittelalterliche Höhenburg der Schenken von Limpurg und der Rüdt von Collenberg am rechten Ufer des Mains im Ortsteil Kollenberg der Gemeinde Dorfprozelten im Landkreis Miltenberg in Bayern, Deutschland.

Die sich in Ost-West-Lage ausdehnende Ruine der Collenburg befindet sich etwa einen Kilometer östlich von Fechenbach, einem Ortsteil des rechtsmainischen Collenberg, 50 bis 60 Meter über dem Maintal am Südrand des Spessarts auf einem Sporn aus Sandstein des Fechenbergs. Der Sandsteinfelsen wurde zum Teil in den Baukörper mit einbezogen. Die von starkem Bewuchs umgebene Ruine ist vom Tal aus nur in den Wintermonaten sichtbar und schwer zugänglich. Vom Forsthaus Fechenbach aus führt ein schmaler, steiler Serpentinenfußweg hinauf zur Burg. Eine Zufahrt gibt es nicht, jedoch tangiert der mit einem „R“ markierte Maintalhöhenringweg die Ruine.

Name+

Der Name Collenburg, oder ursprünglich Collenberg, besteht aus dem Personennamen Colbo (von Walter de Colbo) und dem mittelhochdeutschen Wort bërc für Berg oder Burg. Der ursprüngliche Burgname wurde für den neuen Namen der Gemeinde Collenberg verwendet.

Die Schenken von Limpurg

Im Zusammenhang mit der Ersterwähnung Fechenbachs im Jahr 1214 wurde auch die Collenburg erstmals urkundlich erwähnt. Als Erbauer und Eigentümer wird Walter von Schüpf, auch genannt Walter de Colbo nach seinem Vorfahren Conradus de Colbo, dem Erbauer der nicht weit entfernten Clingenburg in Klingenberg am Main und Henneburg in Stadtprozelten. Walter von Schüpf, der zum Geschlecht der Schenken von Limpurg gehörte und deren Hauptsitz die Burg Limpurg bei Schwäbisch Hall war, gab der Burg nahe Fechenbach den Namen Collenburg in Anlehnung an die Namen seiner Vorfahren. Walter von Schüpf heiratete um 1250 Elisabeth von Königstein Reicheneck und übersiedelte mit ihr in den Raum Nürnberg Hersbruck. Bis zum Tod Walters 1268 blieb er Eigentümer der Collenburg.

Die Rüdt von Collenberg

Walters Witwe übereignete bald nach dem Tode ihres Gatten die Collenburg an den Deutschen Orden, von dem Wipertus Rüde de Rüdenau die Burg zu Lehen und Erbe nahm. Er ist der Erbauer der Bödigheimer Burg nahe Buchen im Odenwald und nennt sich zum Zeitpunkt seines Todes 1306 Wipertus von Bödigheim. Der Stammsitz des weit verzweigten Geschlechts der Rüdt ist bis Ende des 13. Jahrhunderts Amorbach. Der Familienzweig, dem Wipertus abstammte, hatte sich aber bereits in Rüdenau bei Kleinheubach nahe Miltenberg niedergelassen. Wipertus gilt als Stammvater der Rüdt von Bödigheim und der Rüdt von Collenberg. Letztere Bezeichnung setzte sich in der Folgezeit als Name für beide Linien durch.

Wipertus’ Nachfahren auf der Collenburg erwarben 1450 das Allod Fechenbach und Reistenhausen hinzu und wandelten es zur Ritterschaft. Auch wenn um 1500 die Collenburg durch Gebietstausch vom Deutschen Orden an das Erzstift Mainz gelangte, änderte dies nichts an den Lehensverhältnissen und die Ritter von Rüdt blieben auf der Burg. Die Reichsunmittelbarkeit wurde ihnen 1541 bestätigt. Die auf der Collenburg ansässige Linie der Rüdt starb jedoch 1635 in männlicher Erbfolge aus.

Die Grafen von Reigersberg

Nach dem Erlöschen der rüdtschen Erbfolge konnte das Erzstift Mainz frei über die Collenburg verfügen und vergab sie 1648 wiederum zu Lehen und Erbe an den kurmainzischen Kanzler Nikolaus Georg von Reigersberg, dem Mitunterzeichner des Westfälischen Friedens. Seine Frau war eine Enkelin der letzten Rüden von Collenburg. Etwa 100 Jahre residierten die Grafen von Reigersberg auf der Collenburg, bis sie ihnen nicht mehr standesgemäß erschien und sie 1750 ihr neu errichtetes Schloss Fechenbach am Main bezogen. Ein kleiner Teilbereich der Burg diente noch einige Jahrzehnte als Amtssitz und Försterwohnung. Die von Kriegseinwirkungen stets verschont gebliebene Anlage begann zu verfallen.

Freiherren von Bethmann

Um 1840 siedelte das Forstamt in ein im Talgrund unterhalb der Burg neu erbautes Amtshaus um. Die nun unbewohnte und ruinöse Collenburg wurde zunehmend als Steinbruch benutzt. Der Frankfurter Bankier Karl Freiherr von Bethmann erwarb 1842 den gesamten Besitz der Reigersberg. Während das Fechenbacher Schloss weiterhin bewohnt wurde, verkaufte sein Sohn Freiherr Alexander von Bethmann nach 1918 den größten Teil des Grundbesitzes, einen Teil der zum Schloss gehörenden Gebäude und die Ruine Collenburg an die Gemeinden Fechenbach beziehungsweise Reistenhausen.

Heutige Nutzung+

Der fortschreitende Verfall der Ruine Collenburg konnte durch Sicherungsmaßnahmen in den 1980er Jahren aufgehalten werden. Eine Nutzung ähnlich der ihrer Schwesterburgen in Klingenberg (Theaterfestspiele) und Stadtprozelten (Besucherburg) wurde nicht angestrebt. 2005 – 2007 wurde die Ruine grundlegend stabilisiert und nach dem Vorbild des Ursprungsbaus teilrestauriert.

Beschreibung+

In der von einer geschlossenen Ringmauer mit quadratischen Türmen aus dem 16. bis 17. Jahrhundert umgebenen Anlage sind in der Vorburg Teile des Wohngebäudes mit Treppentürmen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert ebenso erhalten, wie Reste der Nordfront des Palas und dessen hoch aufragende Ostgiebelwand in der Kernburg. Zugangsbrücke und Torhaus mit Torbögen von 1589 und 1609 sind nahezu vollständig vorhanden. Auch der Tiefbrunnen und eine in den Felsen geschlagene Kammer aus dem 13. Jahrhundert sind erhalten.

Bergseitig kann man noch einen tiefen, durch eine Streichwehr abgeriegelten Schutzgraben erkennen, während die steil abfallende Mainseite im unteren Teil 1830 eine Terrassierung als Weinberg erhielt. Nach der Aufgabe des Weinbaues um 1918 wurden die Terrassen zur Obstbaumpflanzung genutzt.

Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise

Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 49.7736, 9.3544