Privatbesitz
Burg Thorr

Haus Thorr ist einer der kleineren Landsitze an der Erft. Das Herrenhaus gehört zum gleichnamigen Ortsteil der Stadt Bergheim im Rhein-Erft-Kreis.
Burg und die ihren Namen von der Burg herleitende Ortschaft liegen am Erftübergang der bedeutenden hier noch schnurgerade erkennbaren Römerstraße von Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) nach Tongeren, dem antiken Aduatuca Tungrorum, die heute Via Belgica genannt wird. Die heutige Straße, die Bundesstraße 55, umgeht den Ort, bedingt durch den Abbau der Braunkohle im mittleren Teil des Rheinischen Braunkohlereviers. Sie kreuzt hier die römische Bezirksstraße von Zülpich (Tolbiacum) nach Neuss (Novaesium), heute Bundesstraße 477. Dazu stößt noch die die Erft begleitende Straße von Lechenich her hier dazu. Heute verläuft - jenseits der Erft - der Erft-Radweg. Der Radrundweg Bergheimer Acht führt mit seiner südlichen Runde an vier Burgen vorbei. Auch eine der Teilstrecken der Wasserburgen-Route ist hier ausgewiesen.
Der Name Thorr legt nahe, ihn von einem römischen Befestigungsturm turris herzuleiten. Der Ort wird erstmals als Ture 997 (zweifelhaft auch Witten-Düren möglich , siehe Thorr), eine Brücke Thurre über den Fluss Arnefe 1051 und ein Ritter Rudolf von Turre 1140 erwähnt. Die jeweiligen Burgherren wurden von den Grafen von Jülich belehnt. Ein Gisilbrecht von Thurre war 1335 Vogt in Bergheim. Die Burg zählte zu den insgesamt 238 jülischen Rittersitzen. 1506 kommt der Besitz durch Heirat von Fritza von Thorre mit Bernhard von Weworden, genannt Bulver, an das damals auf Burg Drove sitzende Geschlecht. Der nächste Wechsel durch Heirat lässt sich am Allianzwappen über dem Eingangsportal des Herrenhauses ablesen: Bernhard Kox, Drossard der Freybaner Herrschaft Merode heiratet die Erbtochter Sybilla Catharina von Weworden, genannt Droff. Von beiden wird das neue Herrenhaus 1680 erbaut. Auf einem Bild von 1723 zeigt sich der Hof noch als regelmäßige, dreiflügelige und von drei Türmen bewerte Anlage. 1796, zu Beginn der Franzosenzeit, kam der Besitz in bürgerliche Hände, Johann Anton Türk wurde Burgherr. Einer seiner Nachkommen ließ 1860 noch einmal renovieren und zum Teil umbauen. Das Datum steht im Eisengitter der festen Brücke.
Baubeschreibung+
Das zweigeschossige schlichte rechtwinklig zur Straße stehende Herrenhaus von 1680, ein Backsteinbau mit sechs Achsen und einem Walmdach mit kleinen Dachgauben und zwei an den Firstenden aufgesetzten Wetterfahnen, ist bedeutsam. Schmuck ist das Portal aus Hausteinen mit Dreiecksgiebel mit dem Wappen. Zu sehen sind noch die Löcher für die Kette der ehemaligen Zugbrücke. Der parallel zur Straße stehende langgestreckte Ostflügel der Vorburg wurde 1884 erneuert. Der zweite Flügel existiert nicht mehr. Die Wassergräben sind mittlerweile trocken.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.9377, 6.6274