Schloss/BurgSztum (Stuhm)

Ordensburg Stuhm

Ordensburg Stuhm

Museum

Die Ordensburg Stuhm steht auf der Landenge zwischen den Seen Jezioro Sztumskie (Zajezierskie) und Barlewickie in der Stadt Sztum (deutsch Stuhm) in der Woiwodschaft Pommern, historisch Westpreußen. Der Deutsche Orden nahm den pomesanischen Ort 1236 ein. Eine steinerne Burg entstand im 14. Jahrhundert als Sitz des dem Komtur von Marienburg unterstellten Vogtes; Quellen nennen Hof und curia 1295 und 1336, einen Komtur 1331. Wegen der Nähe zur Marienburg diente Stuhm den Hochmeistern und ihren Gästen als Erholungs- und Jagdresidenz. 1377 weilte Herzog Albrecht III. von Österreich nach einem Zug gegen Litauen hier und stiftete Mittel für den später so genannten Albrechtturm; die Farben seiner Stiftung (weiß auf rot) prägen noch die Flagge der Stadt.

Nach Grunwald 1410 besetzte eine polnische Besatzung die Burg kurz; Heinrich von Plauen holte sie zurück, die westliche Turmspitze ging dabei verloren. 1415–20 wurde trotz knapper Mittel ausgebaut. Im Dreizehnjährigen Krieg kapitulierte die Ordensbesatzung 1454 nach langer Belagerung; nach Chojnice gewann der Orden die Burg zurück, bis der Zweite Thorner Frieden 1466 sie Königlich Preußen zuschlug. Von 1468 bis 1772 residierten polnische Starosten (Bażyński, Czem, Guldenstern, Bieliński). Nikolaus Kopernikus hielt sich 1506 und 1512 auf der Burg auf. Nordische Kriege und ein Brand 1693 leiteten den Verfall ein; Teile wurden abgetragen. Im 19. Jahrhundert lagen Gericht, Ämter und Gefängnis in den Gebäuden. Nach Kriegsschäden 1945 folgte 1966–71 und in den 1990er Jahren die Restaurierung.

Die Anlage weicht vom üblichen Ordensquadrat ab: unregelmäßiges Vieleck nach der Inselgestalt, Backstein über hohem Feldsteinsockel, Wehrgang auf Blendarkaden, drei Türme in der Ringmauer (Albrechtturm, Gefängnisturm, Torturm). Entlang der Mauer lagen lange, niedrige Wohnflügel, Kapelle, Küche, Brauerei, Bäckerei und Dansker um einen weiten Hof. Erhalten sind vor allem der Südflügel mit gotischen Kellern, Mauerzüge, ein Donjon und der Torturm. Seit 2018 ist die Burg Zweigstelle des Schlossmuseums Marienburg; im Südflügel arbeitet das Kulturzentrum Sztum mit Ausstellungen. Ritterspiele und historische Vorführungen finden auf dem Gelände statt.

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Bild: Foto: Jörg Heldt (Community)

Lage: 53.9152, 19.0414