Privatbesitz
Burg Edenserloog

Die Burg Edenserloog steht im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Werdum in Ostfriesland. Sie ist die einzig erhaltene Häuptlingsburg des Harlingerlandes und der älteste erhaltene Profanbau Ostfrieslands. Bekanntester Bewohner war Ulrich von Werdum (* 1632;† 1681), der Verfasser der Series Familiae Werdumanae, einer Haus- und Familienchronik.
Einer Sage zufolge soll die Burg 1191 zum Schutz gegen umherstreifende Normannen durch die Bewohner der umliegenden Dörfer errichtet worden sein. Historische Quellen berichten dagegen, dass Reent der Ältere (Olde Reent) die Burg vor 1420 erbaute. Die heute erhaltene Bausubstanz wird nach dendrochronologischen Studien und umfangreichen Archivstudien auf das Jahr 1460 datiert.
Zunächst bestand die Anlage nur aus einem Steinhaus. Die Familie von Werdum ließ die Burg in den folgenden Jahrhunderten zu einer Dreiflügelanlage mit Wehrtürmen umbauen und mit einem Wassergraben umgeben. Im Süden befand sich der Zugang.
Es gibt Überlieferungen, die besagen, dass die Burg im Dreißigjährigen Krieg von den Mansfeldern belagert wurde. Die Belagerten sollten durch Aushungern zur Übergabe der Burg gezwungen werden. Doch die Werdumer griffen zu einer List und zeigten ihren letzten Schinken mit einer Stange aus dem Schornstein. Daraufhin zogen die Mansfelder ab, da sie glaubten, dass in der Burg noch genügend Lebensmittel vorhanden waren.
Vermutlich schon ab dem 17. Jahrhundert sank die Burg zu einem landwirtschaftlichen Betrieb herab. Anfang des 18. Jahrhunderts ließen die Eigentümer den Wohnturm abbrechen. Heute ist die in Privatbesitz befindliche Burg bewohnt und kann seit Sommer 2009 besichtigt werden.
Baubeschreibung+
Die Burg Edenserloog ist eine Dreiflügelanlage. Ihre Mauern sind bis zu zwei Meter dick. Vollständig erhalten ist das Langhaus des Westflügels sowie ein Teil des nördlichen Querhauses. Der Ostflügel wird aus einem Wirtschaftsgebäude gebildet, unter dem sich die Reste des einstigen Steinhauses befinden. Große Gewölbe gliedern die Anlage in zwei Stockwerke. Sie ist teilweise unterkellert. Ein überwölbter Tunnel verbindet die Keller im Nord- und Westflügel. Ein Teil des rechteckigen Grabens, der die Häuptlingsburg einst umzog, ist heute noch an der Straßenseite offen.
Im Erdgeschoss der Burg gibt es zwei Säle, den Grünen sowie den Großen Salon. In letzterem befindet sich ein Kachelofen. Er stammt aus dem Jahre 1737 und ist 3,16 Meter hoch und etwa 1,20 Meter breit. Der Ofen ist reich mit Delfter Kacheln verziert, die Szenen des Alten Testaments und Landschaftsdarstellungen zeigen. Der Schweifgiebel trägt in der Vorderansicht unter einer Krone das Allianzwappen der Stifter und die Datierung. In den Zwickeln befinden sich Delphindarstellungen und an den seitlichen Giebeln Blumenbosketts. Ergänzend kommen ornamentale Bemalungen im Bandelwerkdekor hinzu. Im Großen Salon hängt auch ein Relikt des Schinkens, der die Mansfelder einst zum Abzug bewogen haben soll.
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Burg_Edenserloog_38.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.6603, 7.7245