Schloss/BurgColmberg

Burg Colmberg

Burg Colmberg

Hotel

Die Burg Colmberg, auch Burg Kolbenberg genannt, ist eine Spornburg auf dem 511 m ü. NHN hohen „Heuberg“ im Altmühltal 35 Meter über dem Markt Colmberg im Landkreis Ansbach in Bayern.

Vorgeschichte+

Auf dem gleich über dem Dorf Colmberg gelegenen Heuberg (früher Eichelberg) fand man Spuren jungsteinzeitlicher Jäger. Zur Keltenzeit gab es dort möglicherweise eine kleine Siedlung. Das ganze obere Altmühltal bestand am Anfang des Mittelalters auf den Anhöhen aus Urwald und in der Nähe des Flusses und der Bäche aus Sumpf. Nach 720 wurde die hiesige Gegend von den Frankenkönigen in Besitz genommen und als Jagdgebiet genutzt. Auch Karl der Große soll hier schon Auerochsen gejagt haben, an welche der Ortsname Auerbach heute noch erinnert.

Geschichte+
Grafen von Truhendingen+

Aus den Urkunden lässt sich die Geschichte der Burg erst ab dem 13. Jahrhundert erschließen, alle Behauptungen über die vorangegangene Zeit sind rein spekulativ. Die Burg erscheint erstmals ausdrücklich 1269 im Besitz der Grafen von Truhendingen, die die Burg durch Vögte verwalten ließen, die den damaligen rechtlosen Zustand für sich durch selbstherrliche Übergriffe ausnützten. Die ältesten Gerichtsbücher der Reichsstadt Rothenburg bezeugen nach 1274 eine fast endlose Kette von Klagen über Straftaten der Colmberger Amtleute vor dem dortigen Gericht, z. B. über unbezahlte Schulden, nicht eingehaltene Bürgschaften, Hausfriedensbruch, Raub, Freiheitsberaubung, Diebstahl und Brandstiftung. Schließlich wurde 1293 nicht etwa der damalige truhendingische Vogt, sondern die gesamte Burg Colmberg geächtet. Weil die Grafen von Truhendingen in immer größere finanzielle Schwierigkeiten gerieten, trennten sie sich von dieser so schlecht beleumundeten Festung, einer urkundlich belegbaren Raubritterburg. Colmberg wurde schließlich am 13. Juli 1318 zusammen mit der Stadt Leutershausen und dem Umland für 6200 Pfund (Schwäbisch) Haller Pfennige an den Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg verkauft.

Fränkische Hohenzollern+

Fast 500 Jahre lang war nun diese Festung mit ihrem Umland ein wichtiger Besitz der Hohenzollern, den sie zwar dreimal wegen Schulden verpfändeten, aber immer wieder auslösten. Ihre Vögte überwachten von hier aus den Zugang zur Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber, zu welcher die Burggrafen ein überaus gespanntes Verhältnis pflegten. Und so wurde die Burg 1407 zum Sammelort aller hohenzollerischen Lehensleute und ihrer Verbündeten in einer aus einer Fehde erwachsenen kriegerischen Auseinandersetzung mit Rothenburg und ihrem Bürgermeister Toppler. Geschätzte 10 000 Mann zogen unter der Führung des Burggrafen Friedrich VI. zur Belagerung der Reichsstadt. Rothenburg musste schließlich verhandeln und fünf Burgen im eigenen Besitz schleifen lassen. Aufgrund der gewaltigen Kosten, die der gewonnene Krieg gegen Rothenburg verursacht hatte, verlagerte Friedrich VI. nun seinen Hauptwohnsitz auf die Burg Colmberg. Hier waren die Haltungskosten erheblich billiger als auf der Cadolzburg oder in Nürnberg. Nach dem erfolgreichen Feldzug gegen die Türken, in welchem er Sigismund von Luxemburg, den man 1410 zum deutschen König wählte, das Leben rettete, wurde Friedrich zum Dank am 30. April 1415 die erbliche Würde des Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg verliehen: Aus dem Burggrafen Friedrich VI. wurde nun der Markgraf Friedrich I. von Brandenburg. Wegen des neu gewonnenen Territoriums war er häufig in Norddeutschland und überließ die Regierung der hiesigen Markgrafschaft seiner Ehefrau Elisabeth von Bayern-Landshut („Schöne Else“ genannt), die immer noch hier residierte. Als Friedrich 1440 starb, wurde die Burg für zwei Jahre zum Witwensitz der „Schönen Else“. Die Bilder des berühmten Ehepaares finden sich heute noch in der Burgkapelle über dem Harmonium.

Nach dem Tod der „Schönen Else“ blieb die Burg Mittelpunkt des markgräflichen Oberamts Colmberg. Die Verwalter des Oberamtes Colmberg wurden als Oberamtsleute oder Vögte (ihre Stellvertreter im hiesigen Vogteiamt) bezeichnet. Allerdings hatten auch die Hohenzollern ihre Probleme mit ihren Burgvögten, weil sie diese von Berlin bzw. Ansbach aus nicht ausreichend überwachen konnten. Angeblich hatte der Colmberger Vogt Rüd einen mit einem Wagenzug vorbeifahrenden Rothenburger Ratsherren gefangen genommen und ihn im Burgverlies verfaulen lassen. Jedenfalls plünderten 1449 die Rothenburger Soldaten 18 markgräfliche Dörfer im ganzen oberen Altmühltal und brannten sie zusammen mit der Oberen Vorstadt von Leutershausen nieder. Weil sie die Mauern der Festung – die mit Katapulten beschossen wurde – nicht stürmen konnten, wurde das Dorf Colmberg ebenfalls in Asche gelegt. Im Gegenzug ließ Markgraf Albrecht Achilles seinerseits durch seine Soldaten von hier aus nun ebenfalls viele Rothenburger Dörfer innerhalb der sogenannten Landhege niederbrennen. An den gut befestigten Mauerringen und Gräben der Burg Colmberg scheiterten jedoch nicht nur die Rothenburger Offensive 1449, sondern auch alle späteren Angriffe, auch die während des Bauernkrieges. 1525 musste sich der „Rote Konrad“, dem vorher in Franken um die 200 Burgen und Schlösser zum Opfer gefallen waren, den starken Mauern ergeben. Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg sodann baute man noch die vorkragende Bastei mit kleinen Geschützen am südlichen äußeren Mauerring an. Der kaiserliche Feldherr Tilly, der 1631 die Burg erobern wollte, hatte keinen Erfolg beim Versuch, die Festung einzunehmen. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Burg so für die umliegende Bevölkerung ein zuverlässiger Schutz. Während der folgenden Barockzeit jedoch verlor die Burg an Bedeutung. Der markgräfliche Oberamtmann war zumeist in Ansbach und ließ sich durch den Vogt oder Kastner vertreten.

Unter preußischer und bayerischer Verwaltung+

Nach der Abdankung des letzten Markgrafen Alexander 1791 stand Colmberg bis 1806 unter preußischer Verwaltung. Als das Königreich Bayern das von Napoleon I. übergebene Gebiet der ehemaligen Markgrafschaft neu organisierte, wurde die Burg Colmberg 1810 Sitz eines Rentamtes im Landgericht Leutershausen, wodurch die Burg vor dem Verkauf auf Abbruch bewahrt werden konnte.

Du möchtest mehr über dieses Objekt erfahren?

Die vollständige Beschreibung gibt es mit Premium — dazu Offline-Pakete, Audio-Guide und hochauflösende Bilder.

  • Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
  • Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
  • AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
  • Unbegrenzte Merkliste

14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.

Schon Premium und trotzdem gesperrt?

Die Anmeldung gilt je Adresse. Auf mobilegeschichte.de musst du dich einmal separat anmelden — dein Premium gilt dann auch hier.

Anmelden →

Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Rainer Lippert → Derivative work: Steffen Schmitz ( Carschten ) · Wikimedia Commons · CC0

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 49.3602, 10.4081