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Burg Arras

Die Burg Arras ist eine im frühen 12. Jahrhundert gegründete Höhenburg an der Mosel unweit der Gemeinde Alf im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz.
Während der Spätantike entstand an der Stelle der späteren Höhenburg eine spätrömische befestigte Höhensiedlung. Ähnliche Anlagen sind in Eifel und Hunsrück häufig anzutreffen. Nach dem Rückzug der Römer blieb über mehrere Jahrhunderte nur eine Wüstung.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Burg Arras im Jahr 1120, als sie anlässlich der Weihe der Burgkapelle als „castrum atrebatum“ in einer Urkunde erscheint . Angebliche Nennungen aus den 10. Jahrhundert sind wohl dem Bereich der Sage zuzuordnen. Spätmittelalterliche Legenden berichten von einer Errichtung der Burg zur Zeit der Ungarneinfälle. Gänzlich auszuschließen ist die häufig anzutreffende Behauptung, dass der Bergfried vermutlich um das Jahr 936 vollendet worden sei.
Um 1140 erscheint die Burg erneut in der schriftlichen Überlieferung. Anlässlich einer Teilung werden mehrere Bauten genannt, darunter ein Tor, die Kapelle und ein Brunnen, die gemeinschaftlich genutzt wurden, als auch die dem Grafen Friedrich I. von Vianden zustehende Ringmauer, der Graben und ein Turm.
Die Burg war zunächst im Besitz der Pfalzgrafen, später der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier. 1137 wurde die Burg von den Herren von Entersburg erobert. Der Trierer Erzbischof Albero belagerte die Anlage im Anschluss erfolgreich und gewann sie für das Trierer Territorium zurück. Ein Rittergeschlecht nannte sich nach der Burg und hatte hier seinen Wohnsitz.
Am 2. Oktober 1439 wurde die Burg von Erzbischof Raban zu gleichen Teilen der Familie von Metzenhausen und an die Zandt von Merl zu Lehen gegeben.
Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde die Burg von den in der Festung Mont Royal sitzenden Franzosen im Oktober 1689 durch Sprengungen vollständig zerstört.
Im Oktober 1794 wurde die Ruine und die dazugehörenden Ländereien von der französischen Revolutionsverwaltung kurzerhand zu französischem Eigentum erklärt und als solches verkauft.
Im Jahre 1826 erwarb der Industrielle Ferdinand Remy aus Bendorf die Ruine nebst dazugehörenden 70 Hektar Waldbesitz.
Nach dem Tod von Remy ging die Burg als Erbschaft an seine drei Töchter, die sie um 1850 an den Weingutsbesitzer Barzen aus Alf verkauften.
Danach ging die Burg 1895 an den Bergwerksdirektor Traugott Wilhelm Dykerhoff aus Herne, der sie ab 1907 neu aufbauen ließ. Die Denkmalschutzbehörde der damaligen Rheinprovinz genehmigte den Wiederaufbau unter der Einbeziehung des Bergfrieds und der noch vorhandenen Mauerreste. Die Baupläne dazu stammten von dem Trierer Kirchenbaumeister Peter Marx (1872-1952)
Im November 1838 verkauften die Erben Dyckerhoffs das Bauwerk an die Herren Ernst Rademacher, Kunsthändler aus Bochum und Dr. Theo Homburg.
1954 wurde der Anbau des sogenannten Kavaliersflügels wiedererrichtet.
Nach dem Tod der beiden Besitzer (1979 und 1885) wurden diese auf dem Friedhof der Burg bestattet, diese Möglichkeit bestand deswegen, weil aus dem Mittelalter ein verbrieftes, burgeigenes Bestattungsrecht existierte, das 1952 behördlich bestätigt wurde.
Danach ging die Burg an die Familie Keuthen aus Briedel, die darin ein bis heute bestehendes Hotel und ein Restaurant einrichteten.
Ein Teil des Nachlasses des vormaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke wird von seinem Großneffen auf der Burg präsentiert. Im "Heinrich- und Wilhelmine-Lübke-Gedenkzimmer" können Besucher unter anderem Fotos, Unterlagen und Gastgeschenke besichtigen.
Bergfried+
Der Bergfried besitzt einen rechteckigen Grundriss und ist 20 Meter hoch. Es handelte sich um einen Wehr- und Wohnturm aus der salischen Zeit. Die Mauern des Turms sind vier Meter dick und aus sorgfältig geschichtetem Mauerwerk aufgeführt. Er hatte ursprünglich nur einen Zugang im Obergeschoss, dieser führte in das obere Stockwerk des Wohnbaues. Diese Öffnung ist heute vermauert. Unter dem Turm befindet sich eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 3,6 m³, die aus den Dächern mit Regenwasser gespeist wurde. Diese war notwendig, da der 34 Meter tiefe Burgbrunnen außerhalb der Mauern liegt. Nach den Ergebnissen der jüngsten Burgenforschung durch Stefan Ulrich ist es aufgrund der Buckelquader wesentlich wahrscheinlicher, den Bergfried "als Neubau des mittleren 13. Jahrhunderts zu betrachten, wobei sich die Periode unter dem baufreudigen Erzbischof Arnold II. (1242 bis 1259) als Entstehungszeitraum anböte.
Unter einem der Mauertürme befand sich das zweistöckige Burgverlies, das auch heute noch gut erhalten ist.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Burg_Arras1.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 50.0526, 7.1058