FestungUlm

Bundesfestung Ulm-Fort Albeck

Bundesfestung Ulm-Fort Albeck

Die Festung kann besichtigt werden

Die Bundesfestung Ulm ist – neben Landau, Luxemburg, Mainz und Rastatt – eine von fünf Bundesfestungen und Europas größte Festungsanlage. Diese Festungen wurden durch den Deutschen Bund finanziert (daher auch der Name) und, neben zahlreichen Landesfestungen, im 19. Jahrhundert aus- oder neu gebaut und im Jahre 1859 fertiggestellt. Mit einer polygonalen Hauptumwallung von rund 9 km hatte Ulm die größte Befestigung des 19. Jahrhunderts.

Einführung+

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons (1815) war man sich einig, dass eine Sicherung der Länder auch nach innen zu erfolgen habe. Die Bundesfestungen waren eines der wenigen Projekte des deutschen Bundes, die verwirklicht wurden. Die Bundesfestung Ulm wurde im Zeitraum von 1842 bis 1859 vom preußischen Festungsbaudirektor und damaligen Oberst Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron entworfen und unter seiner Leitung erbaut. Bei ihrer Errichtung waren bis zu 10.000 Arbeiter tätig. Die Leitung auf bayerischer Seite hatte ab Dezember 1843 der Major Theodor Ritter von Hildebrandt inne, nachdem der ursprüngliche Festungsbaudirektor Friedrich Herdegen starb.

In Friedenszeiten sollte die Festung 5.000 Soldaten des Bundesheeres beherbergen, für den Eintritt des Ernstfalles rechnete man dagegen mit bis zu 20.000 Soldaten. Weiterführende Planungen sahen sogar 100.000 Soldaten vor. Die gesamten Baukosten der Festung werden auf 16.500.000 Gulden geschätzt.

Die Festung stellt sich als geschlossener, polygonförmiger Mauerzug um beide Städte Ulm und Neu-Ulm dar, der in einiger Entfernung eine Reihe Forts vorgelagert sind. Aus der topografischen Lage heraus wurden mit den Forts in Ulm markante Höhen über der Stadt gesichert, während dies in Neu-Ulm, mangels Bergen um die Stadt, unterblieb. Die erste Steinbrücke über die Donau lag zwischen beiden Städten innerhalb der Festung, die nächste befand sich erst in Regensburg.

Erstmalig wurde in Deutschland das Bastionärsystem beim Bau der Festung Koblenz (1815–34 gebaut) aufgegeben und stattdessen ein Polygonalsystem mit vorgelagerten Befestigungen geschaffen. In diesem Zusammenhang ist von der neupreußischen oder neudeutschen Manier die Rede. Diese ist als Vorbild beim Bau der Festung Ulm gut erkennbar. Die beiden später entstandenen Werke auf dem Oberen Eselsberg wurden als Biehler-Forts ausgeführt. Die Nummerierung der Werke erfolgte auf württembergischer Seite in römischen Zahlen und auf der bayerischen Seite in arabischen Ziffern, in ursprünglichen Planungen wurden aber auch hier römische Zahlen benutzt.

Da die Bundesfestung Ulm im Gegensatz zur Festung Rastatt nicht unter die Bedingungen des Vertrags von Versailles fiel, musste sie nach dem Ende des Ersten Weltkrieges nicht geschleift werden. Dennoch sind viele Anlagen der Festung nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach unwiderruflich verschwunden. Ein weiterer großer Teil ist vom Verfall bedroht, was in besonderem Maße für einige Forts und die betonierten Anlagen der Reichsfestung zwischen 1901 und 1916 gilt.

Fort Albeck+

Auf der Kuppe des Safranbergs wurde ab 1846 das größte Außenfort der Bundesfestung unter dem württembergischen Oberleutnant Zimmerle und dem österreichischen Oberleutnant Becher errichtet und 1859 als letztes Werk der Festung fertiggestellt. Das Fort konnte mit bis zu 1.340 Mann belegt werden und liegt etwa 700 m nordöstlich der Oberen Gaisenbergbastion. Es besteht aus einer traversierten Wallanlage mit 16 Geschützständen, einer Escarpe mit Doppelcaponnieren in den Schulterpunkten, einer Kehlmauer mit einem Reduit, dessen Traditoren in den Graben hineinragen, einer Bonnetkasematte mit dahinterliegender Wurfbatterie im Saillant, zwei in den Wallenden liegenden Pulvermagazinen, einem Wallmeisterhaus in der linken Kehle und Blockhäusern an den Kehlecken und vor dem Saillant. Um 1880 wurden vier weitere Hohltraversen in den Wall eingebaut. Ab 1897 belegte die 2. Kompanie des 9. württembergischen Infanterieregiments Nr. 127 das Fort. Ab 1918 wurde das Fort nur noch zu Übungszwecken militärisch genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es bei Bombenangriffen sowie von Angriffen von der Wehrmacht selbst schwer beschädigt. Wie viele andere Werke der Festung wurden die Räumlichkeiten in der Nachkriegszeit von Firmen und Wohnungslosen genutzt. Durch illegale Müllablagen und Umbauten aus dieser Zeit und nach 1960 ist das Fort heute schwer entstellt und verwahrlost, einzig das 1977/78 von der Stadt restaurierte Reduit und das bewohnte Wallmeisterhaus befinden sich in einem guten Zustand. Auf dem Gelände der Anlage befanden sich bis vor einiger Zeit mehrere Händler, im Reduit ist eine Pfadfindergemeinschaft untergebracht, auf dem Wall befinden sich Kleingärten. Die Stadt Ulm hat zum Jahresende 2011 eine Rampe in den Kehlgraben angelegt und dort mit Rodungsarbeiten begonnen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

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