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Schloss Bernstadt

Schloss Bernstadt (polnisch Zamek w Bierutowie) befindet sich in Bierutów (deutsch: Bernstadt an der Weide) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geschichte+
Eine Burg am heutigen Ort wurde 1323 erstmals erwähnt und gehörte damals zum Herzogtum Breslau. Nach Verkauf an Konrad I. von Oels fiel es an das Herzogtum Oels. Sowohl unter den piastischen als auch den Württembergischen Herzögen von Oels war das Herzogtum Bernstadt jeweils Residenzstadt des zweitgeborenen Sohnes und fiel nach Aussterben dieser Stammlinie wieder zurück an Oels. Eine Blütezeit erlebte die Residenz unter der Herrschaft des Herzogs Heinrich II. von Münsterberg-Oels, der Bernstadt zu seiner neuen Residenz wählte und die Burg in den Jahren 1534–1540 im Renaissancestil ausbauen ließ. Auf den damaligen Bau geht der heute erhaltene Nordflügel zurück. Seine Nachfolger ließen das Schloss mehrmals verpfänden, unter anderem in den Jahren 1574–1604 an das Adelsgeschlecht Schindel, was der Entwicklung des Baus nicht förderlich war. Beim großen Stadtbrand von 1603 wurde der älteste Teil der Anlage, darunter der Ostflügel, zerstört. Unter Heinrich Wenzel von Oels-Bernstadt wurde die Anlage zu einem dreigeschossigen, zweiflügeligen Komplex umgebaut, der aus einem Ostflügel und einem dazu senkrecht stehenden Südflügel bestand, die vom Hof aus mit säulenbogigen Vorbauten geöffnet sind, und einem gotischen viel höheren Turm. Bei der Teilung des Herzogtums 1686 fiel Bernstadt an Herzog Christian Ulrich an das Herzogtum Oels. Dieser ließ den vernachlässigten Bau wiederherstellen und um ein Stockwerk erhöhen. Bei diesem Umbau wurde auch ein Lustgarten und eine Orangerie angelegt. Auch das Schlosstor stammt aus dieser Bauperiode. Als Residenz des Herzogs Carl von Württemberg erlebte Schloss Bernstadt seine größte Blüte, stand aber bis zum Erlöschen der Stammlinie Württemberg-Oels im Jahre 1792 leer. Schon 1791 kam Bernstadt zusammen mit dem Thronlehn an das Haus Braunschweig-Wolfenbüttel, mit erneuter Erwähnung in Matrikel der Zeit 1857. Im 19. Jahrhundert wurde im Schloss ein Forstamt untergebracht. 1884 fiel der Besitz an die Hohenzollern, die Ende des 19. Jahrhunderts den ruinösen Ostflügel abreißen ließen und den Südflügel einer Generalsanierung unterzogen. Um 1894 gehörte das Herrenhaus mit Gut zum Thronlehn Oels, der Besitz Bernstadt, als Domäne geführt, selbst war verpachtet, hatte damals einen Umfang von 1725 ha. Für die Forsten war ein Oberförster von Hahn angestellt. Die wie Bernstadt auch amtlich als Pachtvorwerke bezeichneten Einheiten waren dem Ministerium des Königlichen Hauses als Ressort des Kgl. Prinzl. Familien-Fideikommiss angegliedert, einzelne Flächen galten als Allodbesitz. Besitzer des Thronlehns war der Kronprinz Wilhem von Preußen. Nach dem so genannten Haus-Ministerium übernahm dann die Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses die Verwaltung der Güter im Auftrag des Eigentümers. Mit den Regelungen - Vertrag über die Vermögungsauseinandersetzung zwischen dem Preußischen Staate und den Mitgliedern des vormals regierenden PreußischenKönigshauses Berlin 12. Oktober 1925 - zum Fürsten-Ausgleich mit Wirksamkeit 1. April 1926 verblieb u. a. die Herrschaft Oels samt Schloss und sämtlichen Nebengütern, auch Bernstadt, faktisch bis 1945 in seiner Hand.
Heutiger Baubestand+
Der am besten erhaltene Teil der ehemaligen zweiflügeligen Anlage ist der fünfstöckige Turm mit einem quadratischen Querschnitt, der im oberen Bereich einen achteckigen Querschnitt hat und mit einem barocken Turmhelm gedeckt ist. Ursprünglich war der Turm mit dem gotischen Ostflügel verbunden, der Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde. Das dreigeschossige, mit einem Walmdach gedeckte Gebäude des Südflügels ist noch in gutem Zustand. Die Nordfassade hat ein barockes Portal, das mit der Wappenkartusche der Herzöge von Württemberg-Oels verziert ist.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Sławomir Milejski · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 pl
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Lage: 51.1242, 17.5452