Kirche, Schule
Benediktinerkloster St. Ägidien (Schottenkloster), Nürnberg
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Das ehemalige Benediktinerkloster St. Ägidien, auch bekannt als Schottenkloster, befindet sich in der Stadt Nürnberg in Bayern. Es stellt ein bedeutendes historisches Ensemble dar, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen und dessen Kirche heute als Hauptkirche einer evangelisch-lutherischen Gemeinde dient.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters St. Ägidien erfolgte unter König Konrad III. im 12. Jahrhundert an der Stelle eines königlichen Hofes. Der König und seine Gemahlin Gertrud übertrugen die ehemalige Martinskirche dem Abt Carus vom Regensburger Schottenkloster, um dort Gebete für das Reich und das Königshaus zu ermöglichen. Im selben Jahrhundert entstand eine neue romanische Basilika aus Sandstein, finanziert durch königliche Mittel. Die sogenannte Haiden- oder Wolfgangskapelle, zugänglich vom Querschiff, birgt mutmaßlich Reste des ersten steinernen Klosterhauses. Im Jahr 1264 erlangte das Kloster durch einen päpstlichen Schutzbrief die freie Abtswahl, wodurch sich die Bindung zum Königshof lockerte. Trotz kirchenrechtlicher Unterstellung unter den Regensburger Schottenabt und Visitationen durch diesen, erhielt der Nürnberger Reichsschultheiß ab 1340 die königlichen Rechte über das Kloster, was dem Rat der Stadt Einfluss verschaffte. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der Chor der Euchariuskapelle durch eine Marienkapelle ersetzt, die der Patrizierfamilie Tetzel als Grablege diente. Anfang des 15. Jahrhunderts versuchten Stadt und Bamberger Bischof eine Reform der Klosterzucht, woraufhin das Kloster den Burggrafen von Nürnberg um Schutz bat. Burggraf Friedrich VI. erwirkte 1415 die Anerkennung seiner Schutzherrschaft. Kurz darauf, 1418, zogen Mönche aus dem Reformkloster Kastl ein und stellten die strenge Ordenszucht wieder her, was zu einer neuen Blütezeit führte. Ein 1425 errichtetes Schulhaus erlangte einen hervorragenden Ruf und zählte später bis zu 230 Schüler. Das Generalkapitel des Ordens tagte 1438 und 1441 im Egidienkloster. Unter Abt Johann Radenecker (1477–1504) erlebte die Abtei eine letzte geistige Blüte, jedoch begleitet von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die den Verkauf von Kirchenschätzen erforderten. Trotzdem wurde 1485 der Kirchturm erhöht. Nach einer Bamberger Visitation musste Abt Georg 1520 das Kloster verlassen. Sein Nachfolger Friedrich Pistorius war maßgeblich an der Einführung der Reformation in Nürnberg im März 1525 beteiligt. Zwei Monate später wurde das Kloster aufgelöst, und seine Güter gingen an den städtischen Almosenfonds über. 1526 richtete Philipp Melanchthon in den Klostergebäuden ein Gymnasium ein, das Aegidianum, welches später verlegt und 1633 nach Nürnberg zurückverlegt wurde. Versuche, die Klostergüter nach dem Augsburger Religionsfrieden für den Benediktinerorden zurückzugewinnen, scheiterten. In der Nacht vom 6. auf den 7. Juli 1696 brannten Kirche und Klostergebäude ab.
Lage+
Das ehemalige Benediktinerkloster St. Ägidien befindet sich zentral in der Stadt Nürnberg, im Bundesland Bayern, Deutschland.
Vor Ort+
Die auf das Kloster zurückgehende Egidienkirche dient heute als Hauptkirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Egidien. Die mehrmals wiederaufgebauten ehemaligen Klostergebäude werden seit der Reformation für Schulzwecke genutzt, unter anderem vom Willstätter-Gymnasium.
In der Nähe+
- Pellerhaus (Residenz, 78 m)
- Tucherpalais (Residenz, 79 m)
- Stadtbefestigung Nürnberg-Laufer Schlagturm (Stadtbefestigung, 152 m)
- Tucherschloss (Schloss, 218 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.4564, 11.0817