Die erste urkundliche Erwähnung des Klosters Königsdorf erfolgte im Jahr 1136 durch Erzbischof Bruno II. von Köln. Die Neugründung, anfangs als „cellula“ bezeichnet und mit Nonnen besetzt, stand unter dem Schutz des Kölner Erzbischofs und war dem Patrozinium des Heiligen Pantaleon geweiht, das es mit dem Kölner Mutterkloster St. Pantaleon teilte. Die Äbte von St. Pantaleon übten bis ins 14. Jahrhundert die Aufsicht über die Königsdorfer Benediktinerinnen aus. Eine spätere, im 16. Jahrhundert verfasste Gründungslegende, die das Kloster in die Zeit Karls des Großen datierte und eine Zerstörung durch Normannen sowie eine Neubesetzung unter Otto I. behauptete, wird von der Forschung als unzutreffend angesehen. Ab 1144 trat die Heilige Maria als Patronin in Erscheinung und löste den Heiligen Pantaleon bis 1163 vollständig ab. Ab 1355 endeten die Einmischungen der Kölner Äbte. Im Jahr 1473 wurde die Bursfelder Reform im Kloster eingeführt, initiiert durch den Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz und umgesetzt durch den Abt der Abtei Brauweiler. Königsdorf wurde 1511 offiziell in die Bursfelder Kongregation aufgenommen. Nach Auseinandersetzungen über die Zuständigkeit der Kommissaräbte unterstand das Kloster ab Mitte des 16. Jahrhunderts der Aufsicht von Gladbach, bis es 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde, wobei die Klosterkirche und Teile der Gebäude verloren gingen.
Benediktinerinnenkloster Königsdorf

Das ehemalige Benediktinerinnenkloster Königsdorf, gelegen im Frechener Ortsteil Königsdorf im Rhein-Erft-Kreis, Nordrhein-Westfalen, ist ein historisch bedeutsamer Sakralbau. Es steht heute unter Denkmalschutz und zeugt von einer langen klösterlichen Tradition in der Region.
Geschichte+
Lage+
Das ehemalige Benediktinerinnenkloster befindet sich im Frechener Ortsteil Königsdorf, eingebettet in den Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Vor Ort+
Von der ursprünglichen Klosterkirche St. Maria sind keine Spuren oder Grabungsbefunde bekannt. Im heutigen Klosterhof haben sich jedoch mehrere gewölbte Räume, teilweise in einem gotischen Stufengiebelhaus, sowie Teile des Kreuzgangs erhalten. Romanische Bauelemente sind noch im nördlichen Flügel des Kreuzgangs und im Torhaus zu finden. Die genaue Funktion der gotischen Gewölbehalle im Stufengiebelhaus ist nicht geklärt. Erhalten sind zudem die Kreuzigungsgruppe von Großkönigsdorf und die romanische Ägidiuskapelle auf einem ehemals zum Kloster gehörenden Hof in Hücheln.
In der Naehe+
- Kloster Brauweiler (Pulheim) (Sakralbau, ca. 3414 m entfernt)
- Herrenhaus Freimersdorf (Herren- und Gutshaus, ca. 3426 m entfernt)
- Burg Hemmersbach (Horrem) (Burg, ca. 4104 m entfernt)
- Herrenhaus Marienburg (Ichendorf) (Herren- und Gutshaus, ca. 4412 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Chris06 / CC0 via Wikimedia Commons
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Lage: 50.9353, 6.7567