Pfarrhaus
Benediktinerabtei Neustadt am Main

Die Benediktinerabtei Neustadt am Main, ein historisches Kloster in Main-Spessart, Bayern, Deutschland, ist ein bedeutendes Zeugnis der frühen Klostergründungen in der Region. Ihre Geschichte ist geprägt von mehreren Standortwechseln und dem ständigen Ringen um Unabhängigkeit.
Geschichte+
Die Ursprünge der Abtei reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Von 738 bis 742 nutzte Burkard mit seinen Gefährten ein karolingisches Jagdschloss auf dem Michaelsberg, die sogenannte Michilstat, das er von Karl Martell erhalten hatte. Archäologische Funde belegen dort die Grundmauern einer Saalkirche angelsächsischer Bauart, die als Klosterkirche der Michilstat diente. Das umliegende Gebiet im Tal, damals Rorinlacha genannt, wurde um 738/739 trockengelegt. Um 741 weihte Megingaud, der spätere zweite Bischof von Würzburg, ein erstes Kloster im Maintal ein, dessen Konvent sich nördlich einer Saalkirche befand. Nach seiner Rückkehr nach Rorinlacha um 769 ließ Megingaud nach 772 die Saalkirche der „Alten Statt“ durch eine Vierungskirche überbauen. Dieses neue Kloster, initiiert von König Karl I., wurde 781 eingeweiht, wobei über 50 adelige Benediktinerbrüder aus Würzburg hierher umsiedeln mussten. Karl der Große förderte das Kloster und sicherte ihm Schutz zu, was ihm ein großes Gebiet im Spessart einbrachte. Trotz königlichen Schutzes versuchten die Würzburger Bischöfe wiederholt, Einfluss zu nehmen, was 993 durch eine gefälschte Urkunde zur Umwandlung in ein würzburgisches Eigenkloster führte. Im 12. Jahrhundert gestattete der Bischof dem Klostervogt Markwart II. von Grumbach den Bau der Burg Rothenfels auf Klostergrund, die fortan das Kloster beherrschte. Trotz der Anerkennung eines gefälschten Gründungsprivilegs Karls des Großen im Jahr 1279 und dessen Bestätigung 1366 änderte sich die Situation nicht. Eine weitere gefälschte Urkunde zur Stiftung durch Gertrud, einer angeblichen Schwester Karls des Großen, führte zwar nicht zum Erfolg, begründete aber eine jahrhundertelange Gertrudenverehrung mit jährlichen Pilgerfahrten.
Lage+
Die ehemalige Benediktinerabtei befindet sich in Neustadt am Main, einer Gemeinde im Landkreis Main-Spessart in Bayern, Deutschland.
Vor Ort+
Die Benediktinerabtei existierte bis zur Säkularisation in Bayern. Die genaue heutige Nutzung oder der Zustand der ehemaligen Klosteranlagen ist aus den Fakten nicht detailliert ableitbar, jedoch befindet sich das Pfarrhaus heute über den Fundamenten des Klosters an der „Alten Statt“.
In der Naehe+
- Rienecker Schlösschen (Schloss, ca. 3951 m entfernt)
- Burg Rothenfels (Burg, ca. 4424 m entfernt)
- Schloss Lohr (Schloss, ca. 7333 m entfernt)
- Schloss Steinbach (Schloss, ca. 9159 m entfernt)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Steffen 962 / CC0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.9300, 9.5703