Wohn- und Gewerbekomplex
Benediktiner-, später Zisterzienserinnenkloster Mariacron, Oppenheim

Das ehemalige Benediktiner- und spätere Zisterzienserinnenkloster Mariacron, gelegen in Oppenheim im Landkreis Mainz-Bingen, Rheinland-Pfalz, ist ein Kulturdenkmal von historischer Bedeutung. Ursprünglich als adeliges Frauenstift gegründet, spielte es eine wichtige Rolle in der regionalen Bildungslandschaft und im religiösen Leben.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters wird auf das Jahr 814 unter Kaiser Ludwig dem Frommen datiert, wobei es zunächst von Benediktinerinnen bewohnt wurde. Es befand sich außerhalb der Stadtmauern Oppenheims. Im Jahr 1265 wurde die Aufsicht über das Kloster dem Zisterzienserorden der Abtei Eberbach übertragen. Der Name Mariacron tauchte erstmals 1280 in Dokumenten auf. Das Stift war bekannt für die erste Klosterschule Oppenheims und diente als Bildungsstätte für adlige Töchter. Die Äbtissinnen genossen hohes Ansehen und verfügten über umfangreichen Besitz, was durch zahlreiche Schenkungen und königliche Entscheidungen belegt ist. Während der Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts widersetzte sich Äbtissin Agnes von Dienheim den reformatorischen Bestrebungen, konnte die Umwandlung in ein weltliches Damenstift im Jahr 1565 jedoch nicht verhindern. Nach ihrem Tod 1571 und dem der Verwalterin 1585 wurde das Kloster durch die Geistliche Güteradministration verwaltet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gebäude 1631 beschädigt und 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen vollständig zerstört.
Lage+
Das Kloster Mariacron befand sich in Oppenheim, einer Stadt im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz, Deutschland, an der Straße nach Mainz.
Vor Ort+
Nach der Zerstörung gab es kein Interesse am Wiederaufbau. Im 19. Jahrhundert wurden die Überreste teilweise abgerissen. 1894 entstand auf dem Gelände die Klosterbrennerei Mariacron, die den Namen durch ihre Weinbrandmarke international bekannt machte. Heute erinnern eine alte Giebelmauer, eine Inschriftentafel und eine historische Glocke in Nierstein an das Kloster. Das ehemalige Brennerei-Gelände wurde 2007 von einem Investor erworben und zu einem Wohn- und Gewerbekomplex umgestaltet, der die Geschichte des Ortes bewahrt.
In der Naehe+
- Wolfskehl-Gemminger Hof (Herren- und Gutshaus, 390 m)
- Burgruine Landskron (Burg, 462 m)
- Dalberger Hof (Herren- und Gutshaus, 491 m)
- Frankensteiner Hof (Herren- und Gutshaus, 518 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Wikimedia-User Jivee Blau / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.8590, 8.3552