Die Kirche kann besichtigt werden
Basilika St. Laurentius

Die römisch-katholische Basilika St. Laurentius, die auch als St.-Laurenz-Basilika oder Lorcher Basilika bezeichnet wird, befindet sich in Lorch, einem Ortsteil der Stadt Enns im österreichischen Bundesland Oberösterreich. Sie ist die bedeutendste frühchristliche Stätte Österreichs.
Die Basilika St. Laurenz erhebt sich über den Mauerresten römischer Vorgängerbauten, die bei archäologischen Grabungen zwischen 1960 und 1966 frei gelegt wurden. Das älteste Bauwerk – ein vornehmes römisches Haus – stammt aus dem 2. Jh. n. Chr. Darüber wurde im 4./5. Jh. eine frühchristliche Kirche erbaut. Es folgten weitere Umbauten und Erweiterungen, bis um 1300 die heute noch bestehende Kirche in gotischem Stil errichtet wurde. Nach Abschluss der archäologischen Forschungen wurde die Kirche 1966-1968 neu eingerichtet und war damit eine der ersten Kirchen im Land, deren Gestaltung bereits vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) geprägt war.
Historische Bedeutung
Historische Bedeutung ist Lauriacum/St. Laurenz vor allem in folgender Hinsicht zuzuschreiben:
- Wirkungsstätte des Heiligen Florian von Lorch und der Märtyrer von Lorch (+304). Die Reliquien der Märtyrer von Lorch sind in einem antiken, heute wieder sichtbaren Steintrog im Hauptaltar der Basilika beigesetzt.
- Wirkungsstätte des Heiligen Severin von Noricum († 482), der nach den Zeugnis der Vita Sancti Severini (Eugippius) „in einer Basilika zu Lauriacum“ das Wunder einer Ölvermehrung gewirkt haben soll.
- Sitz des Bistum Lauricum: In der Vita Sancti Severini wird auch ein Bischof von Lauriacum namentlich erwähnt: Constantius von Lauriacum.
- Triduum von Karl dem Großen (791): Vor dem Feldzug gegen die Awaren hält Karl der Große mit seinem Heer in Lorch (Oberösterreich) ein dreitägiges Fasten.
- Erhebung zum ersten Titularerzbistum Mitteleuropas (1968)
- Erhebung zur päpstlichen Basilica minor (1970)
- Besuch von Papst Johannes Paul II (1988)
- Erhebung des Heiligen Florian von Lorch zum Landespatron von Oberösterreich (2004; Florian ist bereits seit 1971 Diözesanpatron von Linz, so wie seit 1935 auch Severin)
Christliche Kunst in St. Laurenz+
Bedeutende Kunstwerke in der Basilika
Unter den zahlreichen sehenswerten christlichen Kunstwerken der Basilika sind vor allem folgende zu nennen:
- Lorcher Madonna um 1330
- vier gotische Fenstergemälde aus 1330
- Büste eines Schmerzensmannes (Pietà?) um 1330, die bei Renovierungsarbeiten in einer Mauernische gefunden wurde.
- Fresken aus dem 14. Jahrhundert
- Lorcher Pietà aus terra nigra (um 1430)
- Gotische Sakramentshäuschen von 1480 und 1486
- Holzrelief Betlehemitischer Kindermord um 1520 (Lorcher Meister)
- Lebensgroßer Corpus des Chorbogenkreuzes um 1530
- Lebensgroße Ecce-Homo-Gruppe aus Terrakotta um 1690 mit Pontius Pilatus in der Uniform eines türkischen Großwesirs.
- Großgemälde aus dem 18. Jahrhundert über das Martyrium des hl. Laurentius, die Schutzpatrone der Stadt Enns und die Lorcher Bischöfe (Pilgrimsche Fälschung)
- Glasfenster von Rudolf Kolbitsch (1967)
- Bronzetore, die das Leben der Lokalheiligen Florian und Severin sowie den Kreuzweg Jesu mit der Begegnung zwischen dem Auferstandenen und Thomas darstellen (Peter Dimmel: 1970; 1971; 1985)
- Schmiedeeiserner Stern der Hoffnung (Wolfgang Pöttinger: 1999)
Aktuelle Ausstellung
Bis zum 15. Oktober 2013 gibt es in der Basilika St. Laurenz die Sonderausstellung gegossen – geschmiedet – geschnitten. christliche metallkunst aus oberösterreich vom 20. jahrhundert bis heute. Neben Exponaten der Basilika selbst werden dabei auch Leihgaben aus anderen Kirchen und Klöstern gezeigt: Zu sehen sind fein gearbeitete Kelche und Hostienschalen, Brustkreuze, Evangeliare und andere Objekte der katholischen Liturgie, die auch die Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher meist nur aus der Ferne bestaunen können. Die Werke greifen eine reiche christliche Symbolik auf und laden zum näheren Betrachten ein.
Christliches Leben in St. Laurenz+
Nachdem 1553 die Pfarrrechte an die ehemalige Kirche des Franziskanerklosters Enns übertragen worden waren, dauerte es mehr als 400 Jahre bis zur neuerlichen Einrichtung einer Pfarre. Seit 1968 ist St. Laurenz wieder Pfarrkirche. Die Pfarre geht seither im Sinn des Zweiten Vatikanischen Konzils bewusst einen Weg der Aufgeschlossenheit und der Begegnung mit der Welt. Die organisatorische Leitung der Pfarre liegt seit 2010 in den Händen des verheirateten Theologen Harald Prinz; priesterlich stehen ihm und der Pfarre die Brüder des Franziskanerklosters in Enns zur Seite.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Basilika_St_Laurenz.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.2184, 14.4667