SchlossGroßenhain - Zabeltitz

Barockschloss Zabeltitz

Barockschloss Zabeltitz

Kulturzentrum

An der Stelle des heutigen Palais befand sich im Mittelalter eine Wasserburg mit Wallgraben zum Schutz der alten Salzstraße. 1565/66 ließ Nickel Pflugk die alte wehrhafte Wasserburg zu einem Wohnschloss im Renaissancestil umbauen. Neben neuen Wirtschaftsgebäuden ließ er außerdem auch die heutige Kirche St. Georgen neu errichten. Durch die umfangreiche Bautätigkeit war der Besitz stark verschuldet und wurde deshalb nach dem Tod des Nickel Pflugk und seiner Frau Elisabeth von den Erben 1588 an Kurfürst Christian I. von Sachsen verkauft. Deshalb wurde das Wohnschloss, erst wenige Jahre zuvor durch Nickel Pflugk erbaut, als Jagdschloss neu eingerichtet.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Zabeltitz 1637 von den durchziehenden Schweden geplündert und verwüstet. Nachdem 1655 einige Reparaturen an den verfallenen Gebäuden in Zabeltitz durchgeführt wurden, hielt Johann Georg II. 1657 und 1659 wieder Jagdlager in Zabeltitz ab. Ab 1699 wurde das Rittergut verpachtet. Das Schloss blieb jedoch den Kurfürsten vorbehalten. Später diente es als Wittumssitz der verwitweten Kurfürstin Anna Sophie (Mutter August des Starken). Da die Pächter oft den festgesetzten Pachtzins nicht zahlten und 1727 infolge einer Missernte fünf Dörfer die Steuern nicht aufbringen konnten, versuchte August der Starke den unrentablen Besitz so schnell wie möglich loszuwerden. August hatte schon 1717 seinem treuen Weggefährten, dem Generalfeldmarschall Graf August Christoph von Wackerbarth, ein Rittergut versprochen. Jetzt bot sich die Gelegenheit, Zabeltitz zu verschenken, da bereits ein Tausch Pillnitz gegen Zabeltitz mit der Gräfin Cosel fehlgeschlagen war. Am 16. Februar 1728 erhielt Graf von Wackerbarth das Rittergut Zabeltitz im Tausch gegen zwei Dresdner Häuser mit Mobiliar, die der König ihm kurzfristig übereignet hatte, da im Monat zuvor Wackerbarths Dresdner Amts- und Wohnsitz, das Gouvernementshaus, bis auf die Grundmauern niedergebrannt war.

Unter dem neuen Besitzer wurde nun fast der gesamte herrschaftliche Besitz zügig umgestaltet. Wackerbarth baute das Schloss auf der Insel (das "Palais") völlig neu und legte einen prächtigen Barockgarten an - wie er bereits 1719 bis 1723 den Barockgarten Großsedlitz geschaffen hatte. Innerhalb von nur zwei Jahren mussten alle Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen sein, denn 1730 fand ein großes Manöver der sächsischen Truppen, das sogenannte Zeithainer Lustlager unter der Führung des Generalfeldmarschalls Wackerbarth statt, wo das neue Anwesen den hohen Gästen bereits präsentiert werden sollte. Diese Baumaßnahmen erfolgten unter Leitung von Johann Christoph Knöffel, der zu dieser Zeit Oberlandbaumeister in Sachsen war und schon seit einigen Jahren vom Generalbauintendanten Wackerbarth gefördert wurde. Die zahlreichen erhalten gebliebenen Pläne zeigen, dass Wackerbarth ursprünglich das Palais vergrößern wollte. Ob aus Geldmangel oder Zeitnot, das neu entstandene barocke Schloss wurde letztendlich auf den Grundmauern des alten Schlosses errichtet und behielt damit nahezu denselben Grundriss wie sein Vorgängerbau. Auch die alten Wirtschaftsgebäude aus der Zeit Christians I., Ende des 16. Jahrhunderts gebaut, wurden mit Ausnahme des kurfürstlichen Stallgebäudes abgerissen. An deren Stelle wurde eine neue Zufahrt zum Palais geschaffen, deren Beginn durch zwei Torpfeiler und „Torhäuschen“ betont wurde.

Nachdem der Alte Wackerbarth 1734 gestorben und in der Zabeltitzer St. Georgenkirche bestattet worden war, erbte der Junge, also sein Stief- und Adoptivsohn Graf Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour dessen sämtliche Besitzungen. Während er Schloss Wackerbarth in Radebeul selbst nutzte, verkaufte er das Kurländer Palais in Dresden und schenkte Zabeltitz seinem im Piemont aufgewachsenen Neffen Giuseppe Antonio Gabaleone, Conte di Salmour, zur Hochzeit mit Gräfin Helena Isabella Lubieńska; nach dessen alsbaldigem Tode im Jahre 1759 verwaltete die Gräfin Salmour es für ihre Kinder; sie lebte in Prag als Hofdame einer Schwester des Kaisers Joseph II., der höchstselbst auf einer Reise in Zabeltitz Besuch machte. Sie galt als recht fromm und sittenstreng: Giacomo Casanova (1725−1798) hat sich in seinen Memoiren „Histoire de ma vie“ beklagt, sie habe dafür gesorgt, dass er aus Wien ausgewiesen wurde. Auf Wunsch des Prinzen Xaver von Sachsen, des zeitweiligen Regenten des Kurfürstentums, hin verkaufte sie jedoch 1768 den Besitz zurück an die Wettiner; sie erwarb dafür die Güter Schloss Kittlitz und Unwürde bei Löbau. Prinz Xaver lebte sodann bis zu seinem Tod 1806 auf Schloss Zabeltitz.

Anschließend wechselten die Besitzer. 1816 erwarb der Kammerherr Friedrich Freiherr von Weissenbach Zabeltitz. 1889 ging es an den Kammerherrn Arnold Woldemar Freiherr von Frege-Weltzin, der den Besitz vor dem drohenden Verfall rettete. Er erneuerte 1897 die Kirche und ließ 1898 verschiedene Umbauten im Palais vornehmen. Im 19. Jahrhundert wurde auch der um das Palais führende Wassergraben teilweise verfüllt. Bis zu diesem Zeitpunkt umschloss die Große Röder das gesamte Palais, danach floß diese nur noch an der vorderen Palaisseite entlang. 1932 wurde die Gutsanlage geteilt, die Familie Jay erhielt das Palais und der Kommerzienrat Paul Habich das Alte Schloss. 1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben.

Nach 1945 diente das Palais zeitweilig als Unterkunft für Umsiedler und als Kinderheim für griechische Kinder. Ab 1955 befand sich in dem Gebäude eine Schulungsstätte (Institut für sozialistische Fortbildung im Verkehrswesen). Eine grundlegende Rekonstruktion erfolgte nach 1989 durch den neuen Eigentümer, die Deutsche Bahn. Diese nutzte es als Schulungsstätte. Die Stadt Großenhain kaufte im Dezember 2010 Palais und Barockgarten. Am 15. April 2011 erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

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