KlosterHerford-Stadt

Augustinereremitenkloster Herford

Augustinereremitenkloster Herford

Altstadt-Center

Das ehemalige Augustinereremitenkloster in Herford, Nordrhein-Westfalen, war eine bedeutende mittelalterliche Klosteranlage. Obwohl heute nur noch wenige Spuren sichtbar sind, zeugen die erhaltenen historischen Dokumente von seiner wichtigen Rolle in der regionalen Geschichte und der Verbreitung der Reformation.

Geschichte+

Die genaue Gründungszeit des Klosters vor 1288 ist nicht umfassend dokumentiert. Zwischen 1280 und 1300 entstand die dreijochige Saalkirche des Konvents. Im Jahr 1316 wurden die Termineibezirke mit dem Kloster Einbeck festgelegt, und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts folgten zwölf weitere Termineien und Hospitien. Kaiser Karl IV. nächtigte 1377 während eines Besuchs in Herford in den Klostergemächern, und zwei Jahre später, 1379, war das Kloster Gastgeber des Kapitels der thüringisch-sächsischen Provinz der Augustiner-Eremiten. Johannes Klenkok soll in den 1340er Jahren dem Orden beigetreten sein. Im 15. Jahrhundert kam es zu Reformbestrebungen und Konflikten mit der Stadt, die 1478 die Rechte des Konvents einschränkte und ihm Predigt, Bettelei sowie die Nutzung städtischer Einrichtungen untersagte. Schon früh im 16. Jahrhundert fand reformatorisches Gedankengut Eingang in den Konvent, der die Reformation in den 1520er Jahren einführte. Johann Dreier, ein Augustiner-Eremit, gilt als Reformator Herfords. Er verließ das Kloster 1530, wurde erster lutherischer Prediger am Herforder Münster und verlas dort 1532 die neue Herforder Kirchenordnung. Die Aufhebung des Klosters erfolgte im Jahr 1540. Die Besitzungen wurden daraufhin an die Stadt und die Reichsabtei Herford übergeben. Die Klosterkirche, vermutlich der heiligen Maria geweiht, wurde geteilt: Der östliche Teil diente als Schulkirche, der westliche als Speicher. Ab 1692 wurde der westliche Teil zur evangelisch-reformierten Pfarrkirche, bevor er 1772 abgebrochen wurde. Die Schulkirche folgte 1806. Die letzten Bauteile des Klosters wurden 1886 abgerissen, wobei einige Steine für den Bau der Steintorbrücke wiederverwendet wurden. 2017 wurden bei Bauarbeiten Reste der Nordmauer der Klosterkirche entdeckt, und der Platz innerhalb des entstandenen Altstadt-Centers erhielt den Namen Augustinerplatz.

Lage+

Das ehemalige Kloster befand sich in der Altstadt von Herford in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, im Bereich der heutigen Brüderstraße, Klosterstraße, des Gehrenbergs und der ehemaligen Bowerre.

Vor Ort+

Heute erinnern der Augustinerplatz sowie die Brüderstraße und Klosterstraße an den einstigen Standort des Klosters. Bei Bauarbeiten im Jahr 2017 wurden archäologische Reste der Nordmauer der Klosterkirche freigelegt, die heute im Bereich des Altstadt-Centers liegen.

In der Naehe+
  • Schloss Steinbeck (Schloss, 6241 m)
  • Burg Oberbehme (Kirchlengern) (Burg, 7115 m)
  • Herrenhaus Consbruch (Hiddenhausen) (Herren- und Gutshaus, 7135 m)
  • Schloss Milse (Schloss, 7519 m)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Chris06 / CC0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.1146, 8.6748