Mauerreste, frei zugänglich
Augustinerchorherrenstift auf dem Petersberg

Das Augustinerchorherrenstift auf dem Petersberg war ein bedeutendes Kloster in der Nähe von Goslar, Niedersachsen. Es existierte vom 11. bis zum 15. Jahrhundert und spielte eine wichtige Rolle in der regionalen Kirchengeschichte, bevor es im Zuge von Konflikten und der Reformation unterging. Heute sind nur noch die Grundmauern sichtbar, die einen Einblick in die einstige Größe des Sakralbaus ermöglichen.
Geschichte+
Die Gründung des Petersstifts erfolgte im Jahr 1045 durch Agnes von Poitou, die Gemahlin Kaiser Heinrichs III., zeitgleich mit dem Pfalzstift St. Simon und Judas. Der Kaiser verlieh der Stiftung besondere Privilegien. In den folgenden Jahrhunderten erlebte das Stift eine Blütezeit, sowohl materiell als auch kulturell. Die Stiftskirche entwickelte sich zu einer imposanten Basilika mit Westwerk, Querhaus und Vierungsturm. Mehrere Pröpste des Klosters erreichten hohe Positionen innerhalb der Kirche und des Reiches. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts setzte jedoch ein Niedergang ein. Auch die Übernahme durch Franziskaner aus Goslar im Jahr 1422 konnte den Verfall nicht aufhalten. Im Jahr 1500 verlor das Stift seine Vogtei an die Stadt Goslar und hörte damit rechtlich auf zu existieren. Im Jahr 1527, während der Bedrohung Goslars durch Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel, wurde das strategisch günstig gelegene Petersstift zusammen mit anderen Sakralbauten abgetragen. Ein Wiederaufbau nach der Einführung der Reformation im Vorjahr unterblieb. Nach dem großen Stadtbrand von 1728 dienten die verbliebenen Ruinen als Steinbruch, insbesondere für den Neubau der Stephanikirche, und verschwanden schließlich vollständig. Im Jahr 1871 wurden bei Grabungen und Vermessungen durch Adelbert Hotzen die Grundrisse der Kirche freigelegt und gesichert.
Lage+
Das ehemalige Augustinerchorherrenstift befand sich auf dem Petersberg, östlich der Altstadt von Goslar in Niedersachsen, Deutschland.
Vor Ort+
Heute sind von dem einstigen Kloster nur noch die im Erdreich gesicherten Mauerreste des Kirchengrundrisses sichtbar, die Zeugnis von der historischen Bedeutung des Ortes ablegen.
In der Nähe+
- Kaiserpfalz Goslar (Residenz, 1663 m)
- Adelssitz Cramer von Clausbruch (Herren- und Gutshaus, 2834 m)
- Kloster Riechenberg (Sakralbau, 3498 m)
- Rittergut Astfeld (Herren- und Gutshaus, 5868 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Unknown authorUnknown author / Public domain via Wikimedia Commons
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Lage: 51.9106, 10.4463