Filialkirche, Privatbesitz
Augustinerchorfrauenstift Marienstein

Das ehemalige Augustinerchorfrauenstift Marienstein, ein bedeutendes Baudenkmal in Bayern, befindet sich im Ortsteil Marienstein der Stadt Eichstätt. Es zeugt von einer reichen Geschichte geistlichen Lebens und architektonischer Entwicklung in der Region.
Geschichte+
Die Gründung des Klosters erfolgte um 1460 auf Initiative des Eichstätter Fürstbischofs Johann III. von Eych, der sechs jungen Frauen aus dem Bürgerstand ein gemeinschaftliches geistliches Leben nach der Windesheimer Reform ermöglichte. Unter der Führung von Walburga Eichhorn, einer Färberstochter aus Eichstätt, siedelten die Frauen zunächst unter der Leitung der Dominikaner in der Stadt, bevor sie sich westlich von Eichstätt im Weiler „staingrub“ niederließen. Dieser Ort entwickelte sich, in Anlehnung an die Schutzherrin Maria, zur Bezeichnung „Maria-stain“, dem heutigen Marienstein. Im Jahr 1469 bestätigte Bischof Wilhelm von Reichenau eine Kapelle und ein Haus der Schwestern unter diesem Namen. Der Bau des Klosters begann 1470 und wurde ein Jahr später geweiht. Der Konvent, der die Regel des heiligen Augustinus und die weiße Ordenstracht annahm, stand fortan unter der Obhut des benachbarten Augustiner-Chorherrenstiftes Rebdorf. Walburga Eichhorn wurde 1471 zur ersten Priorin ernannt. Das Kloster erlebte eine Zeit des Wachstums und galt Ende des 16. Jahrhunderts als wirtschaftlich stabil. Durchschnittlich lebten dort etwa 40 Frauen, darunter Chorfrauen, Arbeitsschwestern, Novizinnen und Schülerinnen. Trotz einer Blütezeit in Askese und Literatur brachten der Bauernkrieg und die Reformation Unruhe. Das Kloster nahm wiederholt vertriebene Frauenkonvente auf, musste aber auch selbst 1546 in der Bischofsstadt Zuflucht suchen. Eine schwere Prüfung stellte der Dreißigjährige Krieg dar, als schwedische Truppen am 7. Februar 1634 Kirche und Kloster plünderten und in Brand setzten. Die Nonnen konnten sich auf die Willibaldsburg retten. Der Wiederaufbau begann noch unter Priorin Klara Staiger, die ein wichtiges Tagebuch führte, und wurde 1669 unter Priorin Agnes Sartor abgeschlossen. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1806 säkularisiert und 1832 aufgelöst. Die Klosterkirche „Maria Heimsuchung“ wurde 1833 geschlossen und ausgeräumt, die letzten Schwestern zogen 1836 ab. 1838 erfolgte der Verkauf an Privatleute, die große Teile abbrachen.
Lage+
Das ehemalige Kloster Marienstein befindet sich im gleichnamigen Ortsteil von Eichstätt in Bayern, Deutschland, auf einer Höhe von etwa 398 m über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die profanierte Klosterkirche wurde 1842 als Filialkirche St. Anna der Eichstätter Pfarrei St. Walburg wieder für Gottesdienste geöffnet, 1843 renoviert und neu geweiht. Der Prioratsbau mit Stuck, einem Deckenfresko „Maria Hilf“ (um 1720) und Kassettendecken wurde 2002 renoviert. Trotz der Abbrüche ist die ehemalige Klosteranlage mit Torbau und Wirtschaftsgebäuden noch als geschlossene Baugruppe erkennbar.
In der Naehe+
- Willibaldsburg (Burg, 462 m)
- Kloster Rebdorf (Sakralbau, 642 m)
- Residenz Eichstätt (Residenz, 1479 m)
- Dom zu Eichstätt (Sakralbau, 1501 m)
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: KBWEi / Public domain via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.8930, 11.1630