KlosterGrünberg

Antoniterkloster Grünberg (Töngesherrnkloster)

Antoniterkloster Grünberg (Töngesherrnkloster)

Witwensitz, Jagdschloss

Das Antoniterkloster in Grünberg, auch als Töngesherrnkloster bekannt, ist ein bedeutendes Kulturdenkmal in Hessen. Es befindet sich in der Stadt Grünberg im Landkreis Gießen und stellt ein früheres Zentrum des Antoniterordens dar, dessen Einfluss einst weit über die Region hinausreichte.

Geschichte+

Die Gründung des Antoniterklosters in Grünberg erfolgte vermutlich im Jahr 1193. Die Antoniter, ursprünglich eine französische Laienbruderschaft, die sich der Pflege von Menschen mit dem Antoniusfeuer widmete, entwickelten sich zu einem Chorherrenorden. Die verkehrsgünstige Lage des Klosters förderte seine rasche Entwicklung zu einer Generalpräzeptorei, die zahlreiche Tochter- und Filialklöster in ganz Europa umfasste, von Hessen bis nach Norwegen und Lettland. Ein frühes Filialkloster entstand 1222 in Tempzin bei Wismar. Im Jahr 1526 starb der letzte Präzeptor des Klosters. Mit der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen durch Landgraf Philipp im selben Jahr wurde das Kloster aufgelöst. Seine Ländereien wurden zunächst der Universität Marburg und später der Universität Gießen zugesprochen. Ab 1577 ließ Philipps Sohn Ludwig IV. die Klosteranlage zu einem Witwensitz für seine Frau Hedwig von Württemberg umbauen und später als Jagdschloss nutzen.

Lage+

Das ehemalige Antoniterkloster liegt in Grünberg, einer Stadt im Landkreis Gießen in Hessen, Deutschland. Die Anlage befindet sich in einer historischen Umgebung, eingebettet in die Landschaft der Region Gießen.

Vor Ort+

Der frühere Klosterbezirk ist heute ein trapezförmiges Areal, das verschiedene historische Gebäude umfasst. Dazu gehören der ehemalige Kirchenbau im Westen, der sogenannte Mönchsbau im Norden, der Universitätsbau im Osten und das als „Schloss“ bezeichnete Gebäude im Süden. Diese Bauten zeugen von der wechselvollen Geschichte der Anlage, die von einem Hospitalorden über eine Generalpräzeptorei bis hin zu einem landgräflichen Witwen- und Jagdschloss reichte. Ein Grabstein des Präzeptors Conrad von Angersbach aus dem Jahr 1477 ist noch heute im Schlosshof zu finden.

In der Naehe+
  • Schloss Laubach (Schloss, ca. 5985 m entfernt)
  • Herrenhaus Appenborn (Odenhausen) (Herren- und Gutshaus, ca. 8980 m entfernt)
  • Burg Gemünden (Burg, ca. 11345 m entfernt)
  • Schloss Buseck (Schloss, ca. 12378 m entfernt)

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Tilman2007 / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.5925, 8.9600