Antike BautenSultanhisar

Antike Stadt Nysa am Mäander

Antike Stadt Nysa am Mäander

Die Reste der antiken Stadt können besichtigt werden

Nysa am Mäander (griechisch Νύσα; lateinisch Nysa ad Maeandrum) ist eine antike Stadt in Karien (Kleinasien) an der Grenze zu Lydien und liegt etwa 30 km östlich von Aydın, etwa 2 km nordwestlich des heutigen Ortes Sultanhisar (Türkei).

Nysa liegt am Nordrand der Ebene des Mäander, auf Vorhöhen des Gebirges Mesogis; das Stadtgebiet wird von einer Bachschlucht nord-südlich durchschnitten.

Der Name geht angeblich auf Nysa, eine ansonsten unbekannte Ehefrau Antiochos’ I., zurück oder kann eher auf Nysa, die Amme des Dionysos, zurückgeführt werden. Nysa galt im Altertum als einer der Orte, an denen Dionysos erzogen worden sein soll. Unklar ist, ob die Stadt durch Synoikismos des Ortes Athymbra mit den zwei Nachbarorten Athymbrada und Hydrela entstand. Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. war sie seleukidisch. Der Name Nysa wurde seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gebraucht.

In der Kaiserzeit war Nysa als Zentrum der Gelehrsamkeit bekannt, der Historiker Strabon wuchs hier um 50 v. Chr. auf. Aus Nysa kamen der Stoiker Apollonios und der Homerphilologe Menekrates. In der Spätantike war Nysa Bischofssitz in der Eparchia Asia.

An archäologischen Resten ist besonders die Brücke von Nysa zu nennen, eine etwa 100 m lange Überbauung der tiefen Bachschlucht, die als Substruktion für den Theatervorplatz fungierte und als die zweitlängste ihrer Art in der Antike gilt. Das gut erhaltene antike Theater entstand in späthellenistisch-frühaugusteische Zeit und wurde in zwei weiteren Bauphasen im 2. Jahrhundert n. Chr. erweitert. Die scenae frons ist mit Szenen aus der Kindheitsgeschichte des Dionysos geschmückt. Ferner haben sich ein Gerontikon (Buleuterion), ein Gymnasion, Thermen, die Agora sowie ein kaiserzeitliches Bibliotheksgebäude erhalten.

Seinen Wohlstand in der Kaiserzeit verdankt Nysa dem 4 km westlich gelegenen Heiligtum des Pluton und der Kore in Acharaka mit berühmten Schwefelheilquellen.

In den Jahren 1907 und 1909 fanden erste archäologische Untersuchungen durch Leutnant Walther von Diest statt, in den 1960er Jahren Ausgrabungen des Museums von İzmir am Theater und im Buleuterion, 1982–88 durch das Museum von Aydın im Theater. Seit 1990 gräbt in Nysa ein Team der Universität Ankara unter Leitung von Vedat İdil. Seit 2002 wird die Bibliothek von Archäologen der Universität Freiburg unter Leitung von Volker Michael Strocka ausgegraben.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nysa,_Anatolia.JPG

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 37.9036, 28.1453