Die antike Stadt kann besichtigt werden
Antike Stadt Enkomi (Έγκωμη)
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Enkomi, griechisch Έγκωμη, ist eine bronzezeitliche Stadt im Osten der Mittelmeerinsel Zypern. Wegen ihrer Größe und daher vermuteten Bedeutung wurde die Stadt von der älteren Forschung mit dem in ägyptischen und nahöstlichen Quellen genannten Alašija identifiziert; heute wird mitunter ganz Zypern mit Alašija gleichgesetzt. Eine Lage im Westen der Insel wird ebenfalls diskutiert.
Enkomi liegt im östlichen Zypern, etwa 7 km nördlich von Famagusta (Gazimağusa), in der fruchtbaren Mesaoria-Ebene. In der Antike war es durch den heute versandeten Fluss Pedhieos (Kanlidere) mit dem Meer verbunden.
Zum Ende der mittleren Bronzezeit auf Zypern vollzog sich eine allgemeine Bevölkerungsverlagerung vom Landesinneren an die Küsten. So von der mittelbronzezeitlichen Siedlung Kalopsidha in das 15 km entfernte Enkomi und das südlich gelegene Kition. Diese Verlagerung wird als Übergang zur Spätbronzezeit Zyperns angenommen.
Die frühesten Funde in Enkomi stammen aus dem 17. Jahrhundert v. Chr.. Seit ungefähr 1600 v. Chr. war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum für den Export von Kupfer. Die frühe Phase zeigt starken ägyptischen Einfluss. E. J. Peltenburg nimmt an, dass Enkomi zu dieser Zeit die Hauptstadt ganz Zyperns war, Keswani und R. S. Merrilees gehen von einer wesentlich kleinteiligeren politischen Gliederung aus. Ab dem 13. Jahrhundert v. Chr. (Phase LC IIB) entstanden an der Südküste zahlreiche weitere Handelszentren.
Der bereits sehr früh bestehende Import Mykenischer Keramik nimmt im 14. Jahrhundert v. Chr. stark zu. Für das letzte Viertel des 13. Jahrhunderts lässt sich der Beginn einer lokalen Produktion Mykenischer Keramik in Enkomi nachweisen, weshalb davon ausgegangen wird, dass sich achäische Flüchtlinge – Mykene wurde zu dieser Zeit weitgehend zerstört – in Enkomi angesiedelt und den zusammengebrochenen Import durch lokale Produktion kompensiert haben. Aus dieser Zeit stammt das älteste und größte der sogenannten Ashlar Buildings (Haus 18), Gebäude die aus gleichmäßig zugerichteten Steinquadern errichtet sind. Um 1200 v. Chr. lässt sich in Enkomi ein großes Brandereignis durch eine Brandschicht nachweisen (Übergang von Schicht II B (Phase LC IIB) zu Schicht III A (Phase LC IIIA). Haus 18 wurde durch diesen Brand zerstört. Danach wird Haus 18 wieder instand gesetzt, weitere Ashlar Buildings werden errichtet (Heiligtum des Gottes mit den Hörnern, Heiligtum des Barrengottes ...) und das Straßennetz erhält sein gerastertes Aussehen mit der Nord-Süd gerichteten Hauptstraße und den rechtwinklig abgehenden Nebenstraßen.
Um 1050 v. Chr. wird Enkomi nach einem Erdbeben zugunsten des nahe, direkt an der Küste gelegenen Salamis verlassen. Auch das Versanden des Hafens wird eine Rolle gespielt haben.
Aufbau+
Die Stadt war seit etwa 1200 v. Chr. von einer Mauer umgeben. Das Fundament bestand aus großen Steinen ('zyklopisches Mauerwerk'), darauf stand die eigentliche Mauer aus Lehmziegeln. Eine ähnliche Konstruktion findet sich in Palaiokastro in Westzypern. Die rechtwinkligen Straßen sind auf die Stadttore orientiert. An kommunalen Anlagen ist eine ausgefeilte Kanalisation hervorzuheben.
Durch eine ausgegrabene Schmiede konnte Kupferverarbeitung vor Ort nachgewiesen werden. Auch hier finden sich Parallelen zu Kition, wo die Kupferverarbeitung in einen Tempelbezirk eingegliedert war.
Die Häuser bestanden aus mehreren Räumen um einen zentralen Hof. Die Toten wurden unter den Fußböden der Häuser bestattet. Daneben gab es Tholoi aus Lehmziegeln.
In der Spätbronzezeit, die durch mykenischen Einfluss in der Keramik geprägt ist, entstanden mehrere aufwendige Quaderbauten aus Stein, bei denen es sich vielleicht um Lagerhäuser handelt. Ähnliche Bauten sind aus Maa und Kition bekannt. Die Gebäude sind insgesamt größer. Palastähnliche Anlagen deuten auf zunehmende soziale Differenzierung hin.
Forschungsgeschichte+
Seit 1896 führte das Britische Museum unter Leitung von A. S. Murray in Enkomi Ausgrabungen durch. Unter anderem wurden Bestattungen aufgedeckt, die Ausgräber hielten die Befunde für ein Gräberfeld, da sie die darüber befindlichen Häuser nicht erkannt hatten. Die Beigaben stammten größtenteils aus der Zeit der 18. Dynastie, also dem späten 14. und 13. Jahrhundert. Zwischen 1927 und 1931 wurde im Zuge der Swedish Cyprus Expedition neben anderen Fundplätzen auch in Enkomi erneut gegraben. Auch bei dieser Kampagne wurden wieder nur Gräber aufgedeckt. Erst Claude F. A. Schaeffer, der vorher in Ugarit gearbeitet hatte, und 1934 Enkomi untersuchte, deckte die Häuser und Stadtmauern auf. 1946 setzte er diese Untersuchungen fort, ab 1948 und bis 1958 gemeinsam mit Dikaios Porphyrios.
Funde+
- Berühmt ist die Bronze-Statue des sogenannten „Gottes mit den Hörner“ aus der Spätbronzezeit (1200-1150 v. Chr.). Er trägt einen kurzen Schurz und einen Hörnerhelm. Die Darstellung zeigt starken syrischen Einfluss und erinnert an den dortigen „schreitenden Gott“, der meist als Wettergott gedeutet wird. Andere Forscher betonen die ägäischen Züge und sehen ihn als den arkadischen „Apollo Kereatas“, den Gott der Viehzucht, oder „Apollon Alasiotas“ an.
- Der bärtige Barren-Gott (Spätbronzezeit, 1200–-1100 v. Chr.) aus Bronze steht auf einem ochsenhautförmigen Kupferbarren. Er trägt eine konische Kappe mit zwei kurzen Hörnern, Beinschienen, in den Händen Speer und Schild und wird manchmal als Kriegsgott angesprochen. Auch eine nackte weibliche Bronze-Figur auf einem Barren, jedoch ohne Fundort ist bekannt, die sogenannte Astarte.
- Eine Silberschale mit Einlagen aus Gold und Niello, die aus einem Grab (2/7) stammt, zeigt im oberen Fries Stierköpfe mit je zwei Lotusblüten dazwischen und im unteren Fries Rosetten die von einem Halbkreisband gerahmt sind. Sie ähnelt stark einem Stück aus Dendra in Griechenland, einige Forscher nehmen an, dass sie derselbe Handwerker hergestellt haben könnte. Sie wird in das 14. Jh. v. Chr. datiert.
- Einfache halbkugelige Goldschalen.
- Verzierte Goldbleche die als Brustbesatz oder Kopfschmuck interpretiert werden.
- Ohrringe in Form von Stierköpfen (Bukranien)
- Zahlreiche Tontafeln in der zypriotischen Silbenschrift sowie Griffel.
- Fayence-Gefäße nach ägyptischem Vorbild, teilweise mit Lotusblüten verziert.
Die Funde befinden sich im Britischen Museum, im Zypern-Museum in Nikosia und im St. Barnabas-Museum für Ikonen und Archäologie zwischen Salamis und Enkomi.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 35.1659, 33.8703