Schloss/BurgTannheim

Altes Schloss Tannheim

Altes Schloss Tannheim

Privatbesitz

Der Ochsenhauser Pfleghof (auch Altes Schloss genannt) ist ein von 1696 bis 1698 in der Regierungszeit von Franziskus Klesin durch den Vorarlberger Baumeister Franz Beer von Bleichten errichteter, dreigeschossiger, schlossartiger Pfleghof in Tannheim im Landkreis Biberach in Oberschwaben. Die unmittelbar an die Kirche St. Martin angebaute Liegenschaft befindet sich seit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 im Besitz der Familie von Schaesberg. In ihm ist unter anderem das Gräflich von Schaesberg’sche Forstamt untergebracht.

Geschichte und Bauwerk+

Die heutige Gemeinde Tannheim war vom ausgehenden 11. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 eine territoriale Exklave und Amtssitz der früheren Reichsabtei Ochsenhausen. Während der Amtszeit von Reichsabt Franziskus Klesin wurde der schlossartige Bau in der Form einer dreigeschossigen Winkelhakenanlage errichtet. Der Wirtschaftshof befindet sich in verkehrsgünstiger Lage an der Kreuzung der Straßen nach Biberach, Leutkirch, Memmingen und Ulm. In dem Pfleghof wurden die Geschäfte zwischen dem Kloster, angrenzenden Territorien und den Untertanen des Ortes abgewickelt. Rechtsgeschäfte, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, Einsammeln von Abgaben wie dem Zehnt und deren Lagerung im Pfleghof waren weitere Funktionen des Gebäudes.

Der Pfleghof hatte auch die Funktion eines Gerichtssitzes des Klosters. Am 13. Oktober 1397 verlieh der Römisch-deutsche König Wenzel von Luxemburg dem Kloster Ochsenhausen die Reichsunmittelbarkeit. Mit dem Bau des Pfleghofs erhielt Tannheim wegen seiner Abgelegenheit ein eigenes Hoch- und Malefizgericht. Die Richtstätte mit Galgen lag möglicherweise südwestlich des Haldenhofes auf einer Anhöhe oberhalb der Iller.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Bene16 · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

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Lage: 48.0003, 10.0872