Schloss/BurgBamberg

Alte Hofhaltung Bamberg

Alte Hofhaltung Bamberg

Museum

Die Alte Hofhaltung ist ein historischer Gebäudekomplex in Bamberg. Sie besteht aus ehemaligen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der bischöflichen Hofhaltung, die ab dem 15. Jahrhundert an der Stelle der Pfalz Kaiser Heinrichs II. errichtet wurden. Früher stand hier auf dem Bamberger Domberg ein Kastell der Babenberger, das Castrum Babenberg. 1003 entstand daraus die Pfalz des Herzogs von Bayern und späteren römisch-deutschen Kaisers Heinrich II. Nach Gründung des Bistums Bamberg wurde sie 1007 Bischofsresidenz der Bamberger Bischöfe. Nachdem die Bauten am Domberg fertiggestellt worden waren, stand die Alte Hofhaltung, die in ihrem Kern noch Reste des Palas und der Kapelle aus dem 11. Jahrhundert enthält, zwischen dem Dom im Süden und der Neuen Residenz im Norden. Nach dem Umzug des Fürstbischofs in einen neuen Palast wurden die Gebäude als Kanzlei, Bibliothek und Ratsstube verwendet. Heute ist dort das Historische Museum der Stadt und im Henneberg-Flügel die Dombauhütte untergebracht. Im Sommer finden im Innenhof die Calderon-Festspiele statt. 1865 bis 1936 stand vor der Alten Hofhaltung das Erthaldenkmal zu Ehren von Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1730–1795).

Geschichte+

Nach dem Tod von Adalbert von Babenberg aus dem Hause der Popponen wurden dessen Lehensgüter Besitz der Krone und verblieben dort bis zum Jahr 973. In diesem Jahr kamen sie als Lehen an Herzog Heinrich den Zänker. In der Zeit als Kronbesitz wurde das Castrum auch als Staatsgefängnis genutzt. Hier wurden der abgesetzte König von Italien und Markgraf von Ivrea Berengar II. und seine Gemahlin festgesetzt. Aus der Zeit Kaiser Heinrichs II. ist die Weihinschrift der Thomaskapelle erhalten geblieben. Aus ihr geht hervor, dass im Jahr 1020 Papst Benedikt VIII. diese Kapelle zu Ehren Mariens und St. Thomas weihte. Aus dem 11. Jahrhundert stammte auch die nicht mehr existierende Kapelle St. Andreas. An dieser Stelle hat sich der Legende nach Kaiserin Kunigunde dem Gottesurteil mit dem Gang über glühende Pflugscharen unterworfen. Zu den Ergebnissen der Ausgrabungen siehe Domberg (Bamberg). Im 16. Jahrhundert wurde der Palas Heinrichs II. abgebrochen; einige Fensterbogen im Inneren des Renaissanceflügels sind erhalten blieben.

15. Jahrhundert+

Unter Fürstbischof Philipp von Henneberg (1475–1487) wurden der südöstliche und der östliche Flügel erbaut. Das Wappen von Henneberg befindet sich über dem rückwärtigen Eingangstor. Bemerkenswert sind die bemalten Traufbretter unter den Regenrinnen. Unter der Regierung seines Nachfolgers Fürstbischof Heinrich III. Groß von Trockau (1487–1501) vernichtete ein Brand den Küchentrakt der Hofhaltung. Dies hatte zur Folge, dass in der Regierungszeit Heinrichs III. dieser Bauteil neu erbaut wurde. Über dem Eingangstor der Nordseite befindet sich eines der schönsten erhaltenen Wappen in Bamberg.

16. Jahrhundert+

Unter der Regierung von Fürstbischof Veit II. von Würtzburg (1561–1577) wurden Teile des Palas aus der Zeit von Kaiser Heinrich II. abgebrochen oder in den Renaissancetrakt integriert. Das Gebäude wurde ab 1570 unter Leitung von Erasmus Braun, der sich unterhalb des Erkers selbst verewigt hat, in der heutigen Form errichtet. An dem Erker sind unterhalb der Fenster Wappen von Adelsgeschlechtern eingemeißelt. Die Fassade des Renaissancegebäudes war ursprünglich farbig gefasst. Als repräsentativen Eingang schuf Bildhauer Pankraz Wagner 1573 die „Schöne Pforte“. Das Relief Marias wird flankiert von Heinrich und Kunigunde, die hinter der Muttergottes ein Dommodell halten. Es zeigt den Dom im Detail, wie er bis 1764 aussah. Weiter außen sind links der heilige Petrus und rechts der heilige Georg und daneben zwei Bischöfe, der heilige Otto und wahrscheinlich Kilian, der „Apostel der Franken“, dargestellt. Die liegenden Figuren zu beiden Seiten symbolisieren Main und Regnitz, die beiden Flüsse der Stadt. Auf diesem Relief bekrönt das Würzburger Wappen das zwischen dem Renaissancetrakt und der „Hohen Warte“ eingeschobene Eingangsportal.

18. Jahrhundert+

Die Hofhaltung wurde im Jahr 1777 durch den Abbruch der den Hof teilenden Gebäude, insbesondere des Langschiffes der Thomaskapelle, den Teilabbruch der Hohen Warte und den Abbruch der achteckigen Andreaskapelle am Anfang der Domgasse stark verändert. Heute betritt man die Domgasse durch den vormaligen Innenraum der abgebrochenen Andreaskapelle.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Maciek Wegrzyn

Diese Beschreibung ist ein Auszug aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel und stammt von dessen Autorinnen und Autoren. Sie steht wie das Original unter CC BY-SA 4.0 und darf unter denselben Bedingungen weiterverwendet werden.

Lage: 49.8911, 10.8814