Das Kloster kann besichtigt werden
Abbaye Saint-Pierre de Montmajour

Montmajour ist eine ehemalige Abtei im französischen Département Bouches-du-Rhône, einige Kilometer nordöstlich von Arles.
Geschichte+
Montmajour entstand auf einer von Sumpf umgebenen felsigen Anhöhe, die von König Konrad III. dem Friedfertigen von Burgund (937–993) als öffentlicher Friedhof bestimmt worden war. Das Kapitel der Kirche St. Trophime in Arles verkaufte das Gelände 949 an eine Adelige.
Benediktinerkloster+
Benediktinermönche bauten dank einer Stiftung der Adligen zunächst die Ermitage Saint-Pierre, eine halb in den Felsen gehauene präromanische Kapelle. Der Bau von Saint-Pierre wurde 1016 begonnen, danach folgte der Bau einer Abteikirche. Im Jahr 1030 erhielt die Abtei das Recht, Ablass zu erteilen. In der Krypta der Abteikirche wurde die Reliquie des Wahren Kreuzes Christi verwahrt. Wegen der großen Zahl von Pilgern wurde im 12. Jahrhundert Sainte-Croix als Reliquienkapelle östlich der Klausur errichtet. Die Wallfahrten „Pardon de Montmajour“ fanden am 3. Mai statt, dem Tag der Kreuzauffindung. Die Einnahmen der Abtei wurden auch für die Trockenlegung der umliegenden Sümpfe genutzt. Im 11. Jahrhundert wurde die Abtei die Grablege der Grafen der Provence. Der spirituelle, politische und wirtschaftliche Einfluss der Abtei erstreckte sich Ende des 13. Jahrhunderts über bis zu 56 Prioreien von Grenoble (Isèretal) bis ans Mittelmeer. Während des Hundertjährigen Krieges wurde die Abtei mit einer Festungsmauer und Wehrturm befestigt.
Maurinerkloster+
In der Pariser Abtei Saint-Germain-des Pres entstand 1618 eine Reformbewegung, die auch die großen benediktinischen Klöster Frankreichs erfasste und die Kongregation von Saint-Maur gründete. Die aktive Kongregation von Saint-Maur sorgte für eine strikte Einhaltung der Benediktsregeln. Die Mauriner vertrieben die Benediktinermönche aus Montmajour, gründeten das Maurinerkloster Monastere Saint-Maur und ließen ein Palais im klassizistischen Stil errichten. Das Kloster wurde zu einem Zentrum geistlicher und wissenschaftlicher Arbeiten. Mit seiner monumentalen Architektur wirkte es imposant und wurde in der Gegend bald als Schloss der Mönche bezeichnet. Es hob das Zentrum der neuen Kongregation besonders hervor. Für das liturgische Leben nutzten die Mauriner die mittelalterliche Abteikirche. Die neuen Klosterbauten wurden unter Leitung von Pierre Mignard von 1703 bis 1719 errichtet. Nach einem vernichtenden Brand leitete Jean-Baptiste Franque von 1726 bis 1728 die zweite Bauphase. Zwei weitere Bauabschnitte in 1747 und 1776 verliehen dem Kloster das endgültige Gepräge. Die Halsbandaffäre des Kardinals und Erzbischofs von Straßburg Louis de Rohan, der gleichzeitig Titularabt von Montmajour war, störte die Entwicklungen. König Ludwig XVI. ließ die Abtei 1786 schließen.
Verfall und Denkmalschutz+
Während der Revolution wurde das Kloster 1790 als Nationalgut verkauft, das Dach abgebaut und das Gemäuer als Steinbruch genutzt. Mehrfache Verkäufe der Anlage führten zu weiterem Verfall; der Maler Jean-Jacques Réattu (1760–1833) erwarb den Wachturm. 1840 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt und ab 1862 restauriert. Seit 1945 ist sie Staatseigentum. Sie wurde 1994 teilweise restauriert.
Gliederung der Anlage+
die Einsiedelei (11. Jahrhundert) mit der vorromanischen Kapelle Saint-Pierre, am Zugang ein Relief des Apostels Petrus die Grabstätten: in den Fels gehauene Gräber, der Wehrturm Pons de l’Orme (1369; 26 m hoch), auch Tour de l’Abbé genannt, die Abteikirche Notre-D …
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Daniel Pelletier
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Lage: 43.7056, 4.6639