Privatbesitz
Abbaye Saint-Jean d'Orbestier

Die Abbaye Saint-Jean d’Orbestier ist eine ehemalige Benediktinerabtei in Le Château-d’Olonne (heute Teil der Gemeinde Les Sables-d’Olonne) im Département Vendée (Region Pays de la Loire) im Westen Frankreichs, nahe der Atlantikküste.
Sie wurde im Juli 1107 von Guillaume IX., Herzog von Aquitanien und Graf von Poitou, gegründet, der Benediktinermönchen erlaubte, in dem großen Wald von Orbestier (der Name leitet sich von einer lateinischen Wurzel mit der Bedeutung etwa „Ende der Welt“ ab) ein Kloster zu Ehren Johannes des Täufers und der Jungfrau Maria zu errichten. Das ursprüngliche Domäne umfasste mehrere hundert Hektar. 1181 bestätigte Richard Löwenherz die Privilegien der Mönche, nachdem sie sich über Übergriffe von Raoul III. de Mauléon beklagt hatten, und nutzte den Wald von Orbestier als eines seiner bevorzugten Jagdgebiete.
Die Abtei erlitt wiederholte Zerstörungen: einen großen Brand 1251, Plünderung durch die Engländer 1340 während des Hundertjährigen Krieges sowie Brand und Plünderung durch Protestanten 1568/1569 während der Religionskriege. Viele der verbliebenen Mönche gaben das Ordensleben auf. Ab dem 17. Jahrhundert war die Abtei im Niedergang; ihre weltlichen Güter wurden ab 1659 verpachtet, und das Kloster wurde 1769 formell aufgehoben, wobei die Einkünfte der Kathedrale von Luçon zugeschlagen wurden. Nach der Französischen Revolution wurden Gebäude und Ländereien als Nationalgut verkauft und landwirtschaftlich genutzt. Die Kirche diente später als Seezeichen für die Schifffahrt; das Gewölbe des Kirchenschiffs stürzte zwischen 1896 und 1912 ein. Von 1934 bis 1989 beherbergte das Gelände ein Präventorium und anschließend eine Sonderschule.
1989 erwarb die Gemeinde die Abtei und begann ein langfristiges Restaurierungsprogramm. Erhalten sind unter anderem die Ruinen der Abteikirche (mit umgekehrtem Grundriss — Kirche im Süden, Kreuzgang im Norden), das Abtshaus, die Tour de la Gloriette und ein Taubenhaus. Die wichtigsten Reste wurden am 28. Januar 1935 als Monument historique eingetragen. In jüngster Zeit wurden moderne Schulgebäude abgerissen, um den Blick auf die historischen Bauten freizugeben. Die Anlage ist in der Regel nur bei kulturellen Veranstaltungen und Führungen zugänglich.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Spouik · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 46.4682, -1.7303